Tuesday, October 18, 2016

Erinnerung an Georg Sieber (München 1972)

Lieber Leser,

nur eben kurz ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Blogeintrag statt eines Updates dort.

Der Name Georg Sieber wird nur den wenigsten Leuten bekannt sein, auch wenn die Mißachtung seiner damaligen Bedenken zu dem wohl erinnerungswürdigsten Momenten dt. Nachkriegsgeschichte führten. Sein Name ist dabei vielleicht weniger wichtig, als die Auswirkungen seiner "Mitstreiter" von damals in München, die seine Analysen nicht nur in den Wind geschlagen haben, sondern ihn dabei auch noch der Lächerlichkeit preisgaben.

Es kann keinesfalls behauptet werden, daß die kürzlich in Sachsen an den Tag gelegte "Pleiten, Pech und Pannen Serie" ebenfalls auf wissendliche Nichtbeachtung von Analysen/Empfehlungen von Fachleuten beruht, sondern es sollte lediglich auf die bisweilen nützliche Rolle einer "Kassandra" hingewiesen werden, deren/dessen Annahmen zwar nicht ins eigene bevorzugte Konzept passen, dafür aber sowohl Menschenleben aber auch durchaus Karrieren retten könnten.

Es ist leider nicht immer möglich alle vorhandenen Information mit Pressezitaten zu unterlegen, aber zunächst sei auf folgende Kurzangabe verwiesen werden, welche Rolle Siebers kurz beleuchtet.
"Nummer 26 lautete: Ein Terrorkommando der PLO greift im Morgengrauen die Unterkunft der israelischen Sportdelegation an, nimmt Geiseln und versucht, im Tausch Kampfgenossen freizupressen. Was am 5. September 1972 geschah."
Quelle: Die Welt [26.4.2008]

Leider wird im vorliegenden Welt Artikel nicht vollumfänglich auf die konkret warnende Rolle Siebers damals eingegangen, welcher nicht nur grobe das mögliche Szenario benennen konnte, sondern sich auch bestens mit den von der bis dato von der PLO praktizierten Angriffen, also Art und auch Uhrzeiten auskannte. Herr Sieber hat diese ihm seinerzeit vorliegenden Erkenntnisse dem Planungsstab für Olympischen Spiele mitgeteilt, wurde aber von mindestens der anderen Teilnehmer an diesen Sitzungen abgekanzelt und mit Bemerkungen die ihn sinngemäß als "Polizei-Harlekin" darstellten dem allgemeinen Gelächter preisgegeben und seine unbequemen Analysen waren damit vom Tisch. (Ein sehr bekannter Zeitzeuge damals: Joachim "Blacky" Fuchsberger)

Die Problematik seinerzeit war, daß die Organisatoren der Spiele "heitere Spiele" sich auf die Fahnen geschrieben hatten und da passten wohl strenge, aber adäquate Maßnahmen nicht ins das gewünschte Bild von "demilitarisierten Spielen", die bewußt ein Kontrastprogramm zu den Spielen von 1936 darstellen sollten. Zudem war der damals vorherrschende Zeitgeist der "Flowerpower" und die politische Linie auf Bundesebene war sozial-liberal statt vorher streng konservativ.

Die seinerzeit nach der Abkanzelung Siebers ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen waren ein Witz und wie sich später raussstellte geradezu eine Einladung an die Geiselnahmer sich Zugang zum Gelände und zu den Quartieren der Israelis zu verschaffen. Diese laxen Sicherheitsmaßnahmen haben bis zum Tag der Geiselnahme auch Athleten selber, sowie deren Angehörige nicht nur erkannt, sondern auch für sich genutzt um auch nach "Sperrstunde" frei vom abgeschirmten Gelände nach München und umgekehrt zu gelangen. So wurden Zäune überklettert und sogar noch einfach die nicht bewachten Hinterausgänge als "Eingänge" benutzt. Wäre sicherlich so nicht möglich gewesen, wenn man die Warnungen ernster genommen hätte.

Ob die Geiselnahme mit anschließenden Blutbad gänzlich hätte verhindert werden können kann nicht abschließend gesagt werden, aber wesentlich erschwert worden wären vorheriges Auskundschaften und spätere Tatausführung schon.

Die Aussagen dieses Blogeintrag beruhen auf Originalinterviews mit vielen seinerzeit beteiligten Personen, welche im Rahmen der Serie "ZDFHistory" in den letzten Jahren ausgestrahlt wurden. Es wurde neulich von EZR skizziert wie Geschichte zu sehen bzw. zu erarbeiten ist, und dabei wurde allerdings noch nicht der außergewöhnliche Nutzen von Erzählungen der an geschichtlichen Momenten beteiligten Akteure eingegangen.
Seit nunmehr über 30 Jahren beschäftige ich mich Geschichte und der Vorteil von Videomaterial ist nicht nur der, daß es schneller geht den Informationsgehalt eines ganzen Buches in wenigen Stunden Bild & Ton zu erfassen, sondern vor allem der, daß ungekürzte Interviews von Personen der Zeitgeschichte ein zwar immer subjektives, aber dafür ungekürztes,ungefiltetes, nicht gewichtetes Bild ergeben, daß dann der Betrachter zusammen mit anderen Aussagen zu einem ganzen zusammensetzen kann. Leider zeigt auch die kleine geschichtliche Episode des Herrn Siebert im Jahre 1972 das Geschichte in erster Linie eine Bemühung der beteiligten Personen ist sich selbst ins rechte Bild zu setzen und den Betrachter/Leser dazu zu verführen jeweils ihre Version der "Wahrheit" zu sehen, insbesondere dann wenn es um Verfehlungen geht und es gilt die eigene Schuld zu mindern. Dieses vielleicht allzu menschliche Verhalten ist leider ziemlich kontraproduktiv für effektive Terrorbekämpfung, da man aus einer rücksichtslos nüchternen Analyse lernen kann zukünftige Fehlerquellen auszuschalten und so den Tätern weniger Chancen  zu geben ihre Pläne auszuführen.

Es wird zwar gerne behauptet, daß Fernsehen (bzw. Video) dumm machen soll, aber stimmt m.E. genauso wenig wie die Behauptung, daß soziale Medien nur Unsinnen bzw. Hass verbreiten und somit auch schädlich seien. Für beide Medien gilt, daß nicht das Medium selber "schädlich" ist, sondern es auf den transportierten Inhalt ankommt. Beim TV Medium bedeutet das, daß es sehr viele erstklassige Dokumentationen gibt, von sicherlich einige Hundert Stunden der Betrachtung einem doch schon einen guten Überblick über die Zeitgeschichte geben, die natürlich noch mit weiteren Medien ergänzt bzw. vertieft werden sollte. Natürlich kann man auch ganz im Sinne des Volksmundes beim Fernsehgenuß auch vollkommen verblöden, wenn man stets nur die seichteste Inhalte genießt bzw. die falschen Sender schaut. Dies gilt sicher auch für soziale Medien, wobei auch dort die richtige Auswahl der anderen Teilnehmer mit den man sich vernetzt ausschlaggebend ist, wieviel "Sinniges" man bei Konsum/Teilnahme am sozialen Medium erfährt. Man kann sich mit sehr klugen und auch höflichen Leute vernetzen und dabei eine Menge lernen, oder man das komplette Gegenteil davon erfahren, wenn man die falsche Auswahl trifft.

weitere Lektüre zum Thema:

Behörden vertuschten Ausmaß ihres Versagens [Der Spiegel,22.7.2012]
"München 72": Psychologe sagte Attentat voraus [TZ, 20.3.2012]
Das Szenario des Scheiterns [Abendzeitung, 24.4.2008]


Schreiber: Ordnungsbeauftragter der Olympischen Spiele 1972 [Wiki] 


"Im Vorfeld hatte seine größte Sorge darin bestanden, dass München zu einem „Woodstock an der Isar“ werden könnte und dafür Sorge getragen, dass während der Spiele in Bayern keine Rockmusikfestivals stattfinden würden.[7]"
        Quelle: Wikipedia   

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Saturday, October 15, 2016

Deutschland: adaptieren oder sterben (nicht "Neuland")

Lieber Leser,

diejenigen, welche bereits den einen oder anderen Artikel bei EZR gelesen haben werden wissen, daß dramatische Überschriften normalerweise nicht hier verwendet werden, sondern auch dort fast ausschließlich nüchterne Sachlichkeit vorherrscht. Nur ... wie kann man angesichts eklatanter und sich wiederholender Fehler bei denen es ggf. um viele Menschenleben und nicht nur um "Fehlleitung geldlicher Mittel und komfortables Versagen" (wie z.B. bei BER Flughafen) geht noch weiterhin "sachlich und nüchtern" bleiben ?

Vorweg sei gesagt, daß sich das "nicht Neuland" in der Überschrift auf diesen Artikel bezieht:


Worin zwar der Herr Gemkow richtigweise erkannt hat, daß man es hier mit einem neuen Tätertyp zu hat, aber fälschlicherweise dies kein "Neuland" ist, sondern dieser "neue" Tätertyp schon seit geraumer Zeit aktiv ist, wenn auch nicht unbedingt in Deutschland oder dem Provinznest aus dem dieser Herr stammen mag (wahlweise auch Landkreis oder Bundesland), sonderm in anderen Ländern oder Gegenden. Der springende Punkt ist der, daß man angesichts der zu erwartenden Auswirkungen dieses neuen Typs des Terrorismus sich unter keinen Umständen erlauben kann eine "langsame Lernkurve" zu durchlaufen, nur weil es zufälligerweise mal die eigene "Provinz" betrifft. sondern allerspätestens jetzt ist der Zeitpunkt, wo Bundesinnenministerium, Verteidigungsministerium, Justizministerium sowie Geheimdienste, das BKA, die GSG9 und auch externe Terrorismus und Täterexperten sich ans Werk machen müssen um schnellstens eine adäquate Antwort auf den "neuen" Tätertyp zu finden. Helfen bzw. beschleunigend wirkend könnte es dabei sein, sich mit anderen Staaten und deren Experten in Verbindung zu setzen um deren bereits gefundenen Antworten auf viele in Deutschland noch "offene" Fragen zu finden. Die Betonung liegt hier auf schnell, auch wenn Gründlichkeit trotzdem gefragt ist.

Es ist nahezu unbegreiflich, daß Deutschland wohl zum einen bestens ausgebildete Anti-Terroreinheiten besitzt und mit GSG9 und KSK diesen Tätertyp bestens "behandeln" kann, aber trotz entsprechenden Hinweisen von ebenfalls gut "informierten" Stellen über Art und Gefährlichkeit dieses Täters sich dann im Anschluß die für "normale" Kriminalität zuständigen Behörden weiter mit dem Fall beschäftigen dürfen. Es scheint nicht nur so, als ob bürokratische Abläufe und sehr wohl hochgehaltene Länderkompetenzen über die Praktikabilität und dem angemenessenen Umgang mit Megaterroristen zu gehen. Im übrigen ist dieser Blogeintrag hier nicht der erste zum Thema "Fehlervermeidung", und wenn sich die Lernkurve nicht sehr steil nach oben entwickelt sicher nicht der letzte. Dafür ist das Thema "Menschenleben retten" zu ernst. Bereits in den letzten Monaten wurden eklatante Fehler der Behörden gemacht, und dabei spielt es kaum eine Rolle ob dies nun z.B. in Belgien, Frankreich, Niederlanden der Schweiz vorkam, sondern diese Täter haben Europa in der Gesamtheit im Zielvisier und haben sich auch länderübergreifend, oder sollte man zur Verdeutlichung staatenübergreifend sagen, ausgebreitet bzw. sich dort eingenistet und brüten dort wo auch immer sind jetzt ihre Anschlagspläne gegen europäische Bürger aus, welche alle für die als verhaßte "Ungläubige" gelten (darunter auch sogar alle nicht vollkommen radikalisierte Muslime).

Apropos Tätertyp und deren Sicht auf uns "Normaleuropäer": es sei vermerkt, daß nicht das geringste "Mitgefühl" für den Tod dieses Terroristen existiert und auch natürlich es das "einfachste" und billigste ist, wenn sich solche Typen in der Haft selber umbringen, aber sollte nicht vergessen werden, daß ein lebendiger Täter wie auch immer wichtige Nachrichtenquelle sein kann und so mithelfen könnte weitere Mittäter zu finden und entsprechend unschädlich zu machen, Aber auch bei diesem Thema "Täter leben oder sterben lassen" z.B. beim Einsatz gegen deren Verstecke oder eben auf "frischer Tat", also bei Ausübung eines Anschlags den man dann vor Ort mit Kräften noch bekämpft, sollten klare Richtlinien und Prozeduren vorliegen, die Bürger- und Eigenschutz , sowie "Täterschutz" im Sinne von Bewahrung weiterer Ermittlungsansätze, gegeneinander abwägen und wofür dann die Kräfte mit entsprechenden Mitteln zur Erreichung dieser Ziele bis hin zu neuartigen Waffensystemen verfügen sollten. Wenn am Ende solcher Anti-Terror Maßnahmen der bzw. die Täter bzw. auch nur deren Gehirne lebend in Gewahrsam genommen werden sollten darf es keinesfals wieder darin enden, daß diese dann dem "üblichen Justizapparat" mitsamt der dort üblichen Arbeitszeiten von ca 8-17 Uhr für Richter oder Dolmetscher und sonstigen bürokratischen Unsinn übergeben werden. Es gilt hier so intensiv und so schnell wie möglich an Informationen zu gelangen und dabei sicher zu stellen, daß der hochmotivierte Kämpfer, nicht nur der "simple Kriminelle" im Sinne der Strafgesetze, keinen weiteren Schaden anrchten kann.

Wo wir bei der Definition "Kämpfer" sind. Dies würde eines Eingeständnis bedürfen, daß diese Leute gegen uns im Krieg sind, im "heiligen Krieg", ob dies uns nun passt, oder auch nicht, ob wir Krieg wollen, oder auch nicht spielt dabei kein Rolle. Adäquat reagieren oder draufgehen, salipp gesprochen, das sind die beiden Möglichkeiten und nicht verfehltes pochen auf bürokratische Strukturen denen sich dann der neue Tätertyp -Kämpfer- unterzuordnen hat.

Für Deutschland bringt es das dort sehr unangenehme Thema "Bundeswehr im Inneren" auf, weil das aus geschichtlichen Gründen heikel sein mag, jedoch was will man machen wenn feindliche Kämpfer mit sagen wir ferngelenkten oder bemannten gepanzerten Fahrzeugen und vollbepackt mit Sprengstoff gegen welche Ziele im geschätzten Inland auch immer vorrollen ? Hat die Polizei panzerbrechende Waffen, oder will man sein Territorium gegen ausländische Kämpfer nur dann mit der Bundeswehr verteidigen, wenn diese ordnungsgemäß Uniformen mit erkennbaren Abzeichen tragen, die dann eindeutige Zuordnung nach einem invadierenden Staaten zulassen? (Auch sicher eine zweckmäßige Beschäftigung angesichts kleiner Invasionen "grüner Männer") Auch bei diesem Thema wäre es wichtiger und besser, wenn wie seinerzeit im "deutschen Herbst" die derzeit noch verbliebene "Restopposition" im Kanzleramt mit am Tisch sitzt um das weitere taktische Vorgehen zu besprechen und einen breiten Konsenz zu erreichen. Der Bundeskanzler Schmidt hat seinerzeit u.a. auch Herrn Kohl in die Überlegungen zum Vorgehen gegen die RAF einbezogen und dies ist sicher der bessere Weg statt sich in endlosen Debatten im Bundestag und Bundesrat um grundsätzliche Reformen des Föderalismus zu bemühen, statt zielgerichtet, präzise und schnell im Konsenz auf diese nationale- wie auch europäische Bedrohung zu reagieren und dafür nur kleine Anpassungen im Gesamtsystem umzusetzen. Es dürfte angesichts der Verteilung der Kämpfer über weite Teile Europas und Deutschlands klar sein, daß die sich nicht im geringsten um das föderale System Deutschlands scheren werden. Im Gegenteil, diese Leute werden weiterhin sich jeden Fehler auf der Seite ihrer Gegner zum Vorteil machen und sei es Zuständigkeitswirrwarr der Behörden oder einzelne Versager im Apparat ihrer Gegner. Wie bereits einige Male vorher sei auch hier wieder auf das Prinzip des schwächsten Glieds in der Kette verwiesen, wonach ein einziger kleiner Fehler eine Einzelkatastrophe oder eine Serie weiterer Taten zur Folge haben kann. Da wird auch nicht das Vorhandensein einer GSG9 eine Unachsamkeit z.B. bei einer Verkehrskontrolle durch normale Verkehrspolizei aufwiegen, oder das Versagen einer einzelnen Gefängnisleitung bei der Unterbringung und Bewachung eines oder mehrerer solcher Täter. Man muß sich vielmehr im Klaren darüber sein, daß nur ein "gut geölter Gesamtapparat", optimiert zur Bekämpfung dieser Art feindlicher gesinnter Kämpfer, die richtige Antwort auf diese,vielleicht für Mitteleuropa, neue Bedrohungslage sein kann.

Stichwort Europa: Diese häufig aus der Region des Nahen Ostens, auch leider mit Hilfe der Bundesregierung, eingesickerte Täterschar ist jetzt in vielen Ländern Europas präsent, "schläft" entweder bis entsprechende Befehle kommen oder ist bereits in diesem Moment dabei irgendwo in Europa, unser aller (darunter auch Politiker und deren Familien) Heimat, einen neuen Anschlag zu planen bzw. an dessen Ausführung zu arbieten. Hier kann es weder einen nur kurzfristigen Aktionismus immer nach Anschlägen geben, noch darf es weiterhin sein, daß jedes Land für sich jeweils eine Lernkurve zur Ausmerzung eklatanter Behördenfehler durchlaufen muß. Es gibt bereits Länder die schon länger mit diesem neuen Art Täter längere Zeit zu tun haben und deren Expertise sollte man nutzen ebenso wie daraus auch eine eigene gesamteuropäische "Checkliste" für die Behandlung solcher Kämpfergruppen oder auch Einzeltäter zu erstellen. Eine standardisierte, staatenübergreifende "Checkliste" die von den Methoden der Erkennung, Lokalisierung der Täter über deren Festnahme oder Ausschaltung, bis hin zur geeigneten Unterbringung und anschließender "Erkenntnisgewinnung" reicht. Wenn dies alles nicht optimiert wird, werden weitere Fehler passieren die vielleicht am Ende erst neue Anschläge ermöglichen, oder wie im Falle des Anschlags von Nizza ihrerseits wieder "Inspirationsquelle" für weitere ähnlich "gestrickte" Personen sei, welche dann im Anschluß was eigenes zu versuchen. Bei der Art der Täter mag man gerade in Deutschland bislang noch Glück gehabt haben, daß vielleicht weniger ausgeklügelte Personen kaum Schaden angerichtet haben, jedoch sollte man nicht davon ausgehen, daß die in Europa tätig gewordenen Personen nicht in der Lage sind Fehler unserer Behördensysteme taktisch zu nutzen, wie man auch immer davon ausgehen muß, daß zumindest die Planer derzeit noch ansässig auf dem Staatsgebiet Syriens und dem Irak jedenfalls teilweise von Restbeständen z.B. des irakisch-sunnitischen Geheimdienstes des bekannten Diktators Saddam Hussein angeleitet wurden. Eine Unterschätzung dieser Leute ist auch auch gefährlich, aber man sollte zumindest bestrebt die eigenen Fehler
auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Dazu gehört ein Plan und auch eine Ausbildung und Training bis hin zum letzten Streifenpolizisten oder anderer Amtsträger, damit das System im Ernstfall auch wirklich möglichst reibungslos funktioniert. Beim Militär macht man zu diesem Zweck auch möglichst realistische Manöver, damit von der Führung bis zum einfachen Soldaten die Rollen irgendwann quasi automatisch funktionieren, ein fertiges Konzept abgespult werden kann und man nicht erst im Ernstfall überlegen muß wie man auf eindringen feindlicher Kräfte reagieren soll.

Es ist auch nicht zweckdienlich, abgesehen vom Versuch Bürgeransehen für die jeweils eigene Partei zu erhaschen, wenn man z.B. aktuelles Versagen der Justizbehörde Sachsens oder seinerzeit jenes des Innenministeriums von NRW mit dem ausgestreckten Zeigefinger markiert. Die Neujahrsübergriffe hätten sich so auch in einem anderen Bundesland mit anderer Landesregierung beliebiger "Farbe" ereignen können wie auch die Haftanstalt von Leipzig sicher vergleichbar mit Haftanstalten anderer Bundesländer ist. Das Grundproblem für einige (die meisten?) Politiker ist sachdienlich,praktisch zu denken und nicht jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen dem politischen Gegner ein Bein zu stellen und dabei einzelne verantwortliche Personen zu opfern, aber das System so zu belassen wie es ist. Ging bisher gut, kann aber schon in baldiger Zukunft zu Anschlägen mit Massenvernichtungswaffen führen. Ein Umdenken in Richtung "Spezialbehandlung" solcher extremistischer Kämpfer tut Not und dabei sollte ausschließlich die Sicherheit der Bevölkerung im Vordergrund stehen und nicht etwa die möglichst buchstabengetreue Einhaltung bisheriger föderaler Abläufe (inklusive politischet "blame games" für Versagen). Denkverbote darf es dabei nicht geben, welche z.B. die sofortige Überstellung in bestehende Einrichtungen wie Stuttgart-Stammheim beinhalten, oder wenn dies mittelfristig auch nicht mehr als "sicher" genug gelten sollte, auch entsprechende neue Einrichtungen auf Inseln oder z.B. Berggipfeln in den Hochgebirgsregionen Europas. Nicht Täterschutz oder Schutz des "haben wir immer so gemacht", sondern Ergreifung aller sich anbietender Maßnahmen noch im Rahmen des Rechtsstaats und der Menschenrechte, aber mit Hauptaugenmerk auf Schutz der Bevölkerung sind gefragt.

Natürlich ist der jetzt wieder deutlich gewordene Zustand "unbefriedigend" bzw. sehr gelinde gesagt "suboptimal" und zwar ausgehend vom Bundeskanzleramt, über Bundesministerien bis hin wie gesagt bis zu den ebenfalls involvierten Organen der Länder und Kommunen, aber es bringt überhaupt nichts Schuldzuweisungen weiterhin zu zelebrieren, sondern vielmehr muß man jetzt endlich nach vorne schauen. Viel zu viel Zeit wurde nutzlos verplempert seitdem die ersten Flüchtlingsmassen nach Mitteleuropa drangen und darunter auch jetzt unbestritten einige Kämpfer des IS oder solche die für deren Propaganda anfällig sein könnten und sich erst hier in Europa dazu entschließen "tätig" zu werden. Wie auch immer die Motivation bzw. Steuerungssituation ist, diese Leute gehören aus dem Verkehr gezogen und dabei ist schnelles agieren ebenso wichtig wie zielgerichtetes.

Ein jetzt mit vollem Einsatz betriebener Neuaufbau von Strukturen unter Beibehaltung bisher bewährter Einzelelemete wie u.B. GSG9 gehören dazu, sowie auch die Einbeziehung von mehr echten Flüchtlingen mit entsprechenden oder sonstigen nützlichen Kenntnissen die man nutzen sollte um jene "faulen Äpfel" leichter aufspüren zu können. Das beherzte Auftreten der syrischen Landsleute des flüchtigen Bombenattentäters, welche den Mann in Leipzig überwältigt haben war da sicherlich vorbildlich, aber darauf aufbauend kann man sicher noch weitere Maßnahmen zur noch besseren Zusammenarbeit mit echten Flüchtlingen ohne Massenmordabsichten ergreifen.

Natürlich könnte man ausführlicher auf die Einzelfehler nach der Aufspürung des Täters in Chemnitz eingehen wie z.B.:
1. Entzug bei der geplanten Festnahme und nach "Warnschuss"
2. Entkommen aus Stadt Chemnitz
3. Unerkanntes einsickern in Leipzig
4. Selbsttötung im Justizvollzugsanstalt trotz mittlerweile allgemein bekannter Motivation "Selbstmordattentäter"

Europaweite Standards/Methoden zur Festnahme von Sprengstoffattentätern wären da hilfreich, sowie eben spezielle Hochsicherheitsgefängnisse die auch "klassische" Selbsttötungen verhindern, sowie auch in Hinsicht von Brandstiftungen,Geiselnahmen und sonstigen Aktionen unter dem Aspekt der Selbstopferung sowie Befreiungsaktionen von anderen Gruppenmitgliedern  berücksichtigen. Der vorgezogene Sprengmitteleinsatz an verschiedenen Orten in Brüssel in der Folge der Festnahme eines Haupttatverdächtigen würden sicher auch den Gebrauch einer lokal begrenzte totalen Nachrichtensperre bei der Festnahme rechtfertigen, so daß Hintermänner im Unklaren bleiben was mit ihrem "Mitstreiter" geworden ist. Es wurde bereits über die Möglichkeit berichtet, daß sich die Vorgänge von Brüssel ggf. auch in Deutschland wiederholen könnten.
Wenn man es schafft eine schlagfertige Truppe von ganz oben (Kanzleramt, bzw auch andere nationale Regierungen) bis hin zum letzten "Provinznest" zu schmieden, wo die Anforderungen bzw. Terrorabwehrmaßnahmen bestens bekannt sind und mögliche Fehlerquellen im Vorfeld erkannt und eliminiert wurden, dann dürften diese feindlichen Kämpfer es sehr schwer haben weitere Anschläge zu begehen. Ein kopfloses "weiter so" hingegen führt unweigerlich zu weiteren Toten und die Lernkurve dieser Leute könnte zu noch ungeheuerlicheren Anschlägen gereichen als bisher schon verübt. Andererseits verfügen diese meist kleinen Gruppen bei weitem nicht über die Mittel und Personalstärke um es mit der geballten Staatsmacht unserer europäischen Staaten aufzunehmen. Wir müssen halt nur schnell besser werden.

P.S.
Dies ist zwar auch wichtig:
 'We need to share information with each other in better, faster and smarter ways. If information is put together in a timely and accurate manner, we can be more successful in preventing terrorism. This is still a major challenge for the international community.'
        Quelle: Außenministerium NL

Verbesserte Zusammenarbeit in Sachen Informationsaustausch, welche wohl auch im "Chemnitzer Fall" durchaus ja auch die richtigen Infos zur Lokalisierung des Bombenbauers führte. Jedoch was nützt es wie gesagt, wenn nach der Entdeckung des/der Täter(s) alles andere schief geht ? Da ist internationaler Austausch auch in Sachen Taktik nötig und wie gesagt optimal wäre die Erstellung eines für ganz Europa gültigen "Handbuchs" mit Gegenmaßnahmen für verschiedene vorher festgelegte Szenarien. "Macher" und Denker gleichermaßen sind dafür an oberster Stelle (Kanzleramt) gefragt um das federführend in die Hand zu nehmen. Super motivierte Experten wie dereinst:
Ulrich Wegener, welche in der Lage sind eine absolut professionelle Truppe zu organisieren. Die GSG9 gibt es ja bereits, jetzt gilt es "nur" noch alle anderen auch zum großen Teil vorhandenen Strukturen daneben zu einer kompletten "Anti-Daesh(IS) Maschine" zusammenzufügen.



Weitere Infos zum aktuellen Thema:

        Laut BKA sehr enger Zeitplan vor Polizeiaktion [DLF, 16.10.2016]







"Mit Bezug auf mögliche Verbindungen von den Attentätern von Brüssel nach Deutschland sagte der BKA-Chef, dass dies laufend geprüft werde. Bislang seien keine direkten Kontakte erkennbar, Deutschland werde eher als Transitland zur Durchreise genutzt."
        Quelle: Deutschlandfunk 29.3.2016



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Saturday, July 30, 2016

Anschlag in München - erste Schlüsse

Lieber Leser,

auch wenn die Tat in München nach derzeitigem Kenntnisstand nicht einem radikalisierten Moslem zugeschrieben werden kann, so ist doch der gewählte Ort und die Zeit der Massenerschiessung unschuldiger, vor allem junger, Menschen dennoch in einem Zusammenhang mit früheren Anschlägen zu sehen. Auch wenn das Motiv des Täters ein anderes gewesen sein mag, so hätte diese Tat auch so oder so ähnlich von den Daesh inspiererten oder gar gesteuerten Attentätern ausgeführt werden können, daher ist es wichtig diese signifikante Tat zu beleuchten und vor allem Schlüsse daraus zu ziehen, weil weitere Fehler seitens der EInsatzkräfte bei zukünftigen Anschlägen nur weitere Menschenleben kosten würden.

Auch sollte man seitens der ermittelnden Behörden nicht nur nach bewährten Muster Spurensuche und Aufklärung des Tathergangs betreiben, sondern die angespannte Lage im Bezug auf hier nach Europa eingesickterte Kämpfer von Daesh ("IS") erfordert auch eine möglichst zeitnahe und präzise Aufklärung der Bevölkerung um unnötige Panik zu vermeiden. Dies wie auch schnelle Ausschaltung des Täters bzw. der Täter scheint noch "ausbaufähig" zu sein um es milde auszudrücken.

Grundsätzlich ist gegen die Aufforderung des Innenministers keine Falschinformationen oder Gerüchte gerade über die sozialen Medien zu verbreiten, jedoch muß an dieser Stelle konstatiert werden, daß am Abend des Anschlags in München genau dieses insbesondere von Polizei und auch öffentlich-rechtlichen Medien in ähnlicher Weise gemacht wurde wie von unbedarften Privatpersonen. Auch wenn sich der Appell des Innenminsters an letztere richtete, und wie gesagt vollkommen richtig und unterstützenswert ist, so sollten insbesondere die Behörden primär nur akkurate und bestätigte Informationen an die Öffentlichkeit lancieren. Wenn keine gesichertern Informationen vorliegen, sollte man sagen: es liegen noch keine Erkenntnisse vor und nicht seinerseits über Anzahl und Bewaffnung des bzw. fälschlich der Täter spekulieren und damit auch weitere unnötige Maßnahmen wie z.B. Sperrung des öffentlichen Nahverkehrs, sowie manche Autobahnen veranlassen.

Nicht daß diese Maßmahmen bei tatsächlichen mehreren Tätern bzw. Kämpfern nicht gerechtfertigt wären. Das wäre schon nach den Erfahrungen z.B. in Brüssel absolut notwendig gewesen um weitere Verbreitung des Terrors auf andere Stadtgebiete oder auch die Flucht der Täter zu verhindern.
Allerdings war die anfängliche Annahme, daß es sich um drei Täter handeln würde falsch und die Entwarnung wurde auch viel zu spät gegeben.
Auch wenn die Einsatzkräfte vor Ort natürlich zu schützen sind und die Möglichkeit besteht, daß der Schütze auch Sprengstoff mit sich führt bzw. einen Sprengstoffgürtel anhat, welcher auch postmortal noch gefährlich ist, so ist eine schnelle Aufklärung bei aller gebotenen Vorsicht schon dringlich geboten um eben möglichst zeitnah auch die Bevölkerung entsprechend informieren zu können und eben nicht falsche taktische Maßnahmen aufgrund falscher, meist auf Zeugenaussagen beruhenden Informationen, zu ergreifen.

Auch hat die Nachrichtenlage des Abends ausgewiesen, daß die GSG9 auf dem Weg nach München war, jedoch gut drei Stunden nach den ersten Meldungen der Schiesserei immer noch nicht vor Ort war. Da mag es schon wie bereits eher angesprochen daran liegen, daß der Standort der Bereitschaft, sowie die Bereitschaft der gewählten Transportmittel eine längere "Anreisezeit" bedingen. Im konkreten Fall wäre auch damit der Täter nicht an der Ausführung seiner Tat gehindert worden, jedoch hätte ein Szenario mit mehreren Tätern oder einem sich vom Tatort entfernenden Einzeltäter schon mit einem zeitnahen Einsatz der Spezialtruppe begegnet werden können. Auch wenn die genaue Zeit zwischen Abflug und Ankunft der Spezialtruppe aus taktischen Gründen nicht veröffentlicht werden sollte, müsste schon über eine dezentralere Verteilung über die Fläche nachgedacht werden, sowie das Fluggerät ständig einsatzbereit sein, was z.B. beim Massenmörder Breivik, auf welchen sich auch diese Tat bezog, nicht der Fall war.

Wie immer nach solchen Anschlägen wird seitens der dt. Politik immer wieder gerne in die "Forderungskiste" gegriffen bzw. eine Art Überbietungswettbewerb gestartet mit Forderungen nach Gesetzesverschärfungen gegen Tathergänge für die es eigentlich schon genug Strafgesetze gibt, die allerdings tatsächlich "nur" verbesserte polizeiliche Gegenmaßnahmen erfordern. Eine Forderung lautet wieder einmal: Verschärfung des dt. Waffengesetzes, wobei nüchtern betrachtet der Täter von München schon gegen das bestehende Gesetz verstoßen hat, als dieser ohne Berechtigung ein scharfe Waffe erwarb. Auch der hilflose Ansatz an der (vermeindlichen) Motivation der Täter anzusetzen, die angeblich nach deren Logik auf dem Einsatz von "Ballerspielen" oder "Killerspielen" beruht ist reiner Blödsinn, denn von wievielen Millionen Spielern rasten tatsächlich welche aus, besorgen sich echte Waffen und erschiessen dann Menschen ? Was tun bei Tätern die mit Autos in eine Menschenmenge rasen ? Autorennspiele verbieten ?
Dann natürlich noch der Ruf nach Erweiterung der Vorratsdatenspeicherung: Zu dumm, daß der Attentäter von Ansbach wie es ausschaut bereits in Syrien entsprechend instuiert worden ist und davon auszugehen ist, daß viele andere Kämpfer ebenfalls "offline" mit Anschlagszielen und Methoden versehen wurden und bestenfalls nur noch Codewörter/Sätze übermittelt werden um etwas vorher geplantes zu starten. Oder aber es gibt tatsächlich "einsame Wölfe", welche gar keine Kommunikation mit anderen betreiben.

All diese untauglichen Forderungen sollten nicht von den eigentlichen Schwächen ablenken, nämlich Ausstattung, Personalstärke und Taktik der "Gegenkräfte" wie beim vorliegenden Fall der Polizei und ggf. bei wirklich koordinierten Angriffen unserer Feinde (Daesh) mit Kriegswaffen gegen Hochrisikoziele auch der Einsatz von Bundeswehr und anderer NATO Streitkräfte.

Wohlgemerkt: möglicher Bundeswehreinsatz um von deren spezieller Bewaffnung und Ausbildung im wirklichen Mega-Krisenfall zu profitieren, nicht um eine Art Hilfstruppe z.B. zur weiträumigen Tatortabsperrung zu haben. Noch immer scheinen sich viele Politiker nicht im klaren darüber zu sein, daß der Feind z.T. aus einem Kriegsgebiet kommt, über z.T. langjährige Kampferfahrung verfügt und über einfache, aber sehr effektive Waffen und Taktiken verfügt, die in unserer dichtbevölkerten Umgebung und in Industriezentren ziemlich großen Schaden anrichten können. Statt sich selbst durch immer neue, blödsinnige Forderungen zu übertrumpfen sollten vielmehr die wirklichen Fachleute gegen solche Kämpfer auf vielen Ebenen unterstützt werden. Dies kann und sollte leise und ohne viel Brimborium geschehen, auch wenn dies nicht der plakativen Art der Selbstdarstellung vieler Politiker widerspricht.

Der Anschlag in München war jedenfalls kein "klassicher" Amoklauf eines frustrierten Schülers, der dafür seine Lehrer/Mitschüler ermordet. Die Ähnlichkeit zu Anschlägen von Daesh (sog.IS) ist  dazu angetan gewesen um in München Menschen in Panik geraten zu lassen und zudem wurde der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt. Es wäre hilfreich sich weniger auf die Motive der Massenmörder in tage- oder wochenlangen Spekulation zu konzentrieren, sondern für möglichst viele Szenarien Abwehrpläne in der Schublade zu haben und auch alle beteiligten Organisationen regelmässig Abwehrmaßnahmen simulieren zu lassen.

[update 31.7.2016]
zur Bundeswehr:
Leider haben beide nur in Unkenntnis der tatsächlichen Fähigkeiten von Daesh "Recht", denn polzeiliche Aufgaben und auch Spezialkräfte sind nur dann effektiv, wenn der Gegner nicht mit militärischen Kriegsgerät angreift. Wer indes die taktischen Möglichkeiten von Daesh kennt und auch deren "Spezialwaffen" Entwicklungen, wo aus handelsüblichen Komponenten zusammen mit Sprengstoffen Fernlenkwaffen wie ferngesteuerte PKW/LKW "gebastelt" werden, der sollte weiter denken als die Ausstattung der Polizei erlaubt.

Die möglichen Gegenmittel der polizeilichen Kräfte sind spätestens bei möglicher Wirkung von LKWs, auch bereits nur was deren kinetische Energie betrifft, überfordert und erst Recht in Kombinationen wie bereits in Syrien,Irak, Libyen eingesetzt (aber nicht nur dort), welche dort schon zum festen "modus operandi" für Angriffe auf befestigte Ziele gehören.
Es werden hier an dieser Stelle auch auf entsprechende Beispiele aus der Daesh "Entwicklungsabteilung" hingwewiesen sowie Berichte über genau jene Taktiken die eine Penetration von Stellungen, welche auch mit schweren Abwehrwaffen versehenen Verteidigern versucht werden zu halten. Wer die Augen vor den taktischen Fähigkeiten von Daesh/IS verschließt, der gefährdet die nationale Sicherheit und es sei auch daran erinnert, daß die GSG9 Truppe nach ihrer Gründung erst einmal Jahre mit Training für angenommene Szenarien zugebracht hat und wo es dem Kommandeur Ulrich Wegener gelungen ist Taktiken für angenommene reale Gefährdungsszenerien zu entwickeln und so lange zu proben, bis diese wie ein Uhrwerk ablaufen konnten.

Auch seien insbesondere die Vertreter der SPD daran erinnert, daß in den den schrecklichen Stunden der Flutkatastrophe von Hamburg deren späterer Bundeskanzler Schmidt den Ernst der Laqe sofort begriffen hat und den damals (und auch später) ähnlich argumentierenden bzw auf Instanzenwege pochenden  Polizeipräsidenten von Hamburg außer Gefecht gesetzt hat. Not bricht Gebot, so heißt es und es sei auch daran erinnert, daß der Einsatz der Bundeswehr im Verteidigungsfall zur Landesverteidigung ausdrücklich erlaubt und vorgesehen ist.

Wann endlich begreifen Politiker, daß sich bestimmt Themen die eine schnelle und adäquate Antwort bedürfen um eine akute Gefährdung der Bevölkerung abzuwenden, sich nicht für politische Grabenkämpfe, zumal mit dem Koalitionspartner in einer Regierung, eignen ? Falls diese Politiker Presseartikeln kein Glauben schenken bzw. ihre Einstellungen eher der verstaubten politischen Korrektheit gehorchen, denn z.B. Erkenntnissen ihres eigenen Auslandsgeheimdienstes, dann allerdings ist weiteres pochen auf "alte Kompetenzen" und Ausschließlichkeitsgebot der Polizei angebracht.
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weitere Lektüre zum Thema:
Joint police and military anti-terror exercises planned in Germany [Jul 29 2016]


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Sunday, July 17, 2016

The attack in Nice / Southern France - first conclusions

Dear reader,

just a few months after the attacks in Paris and Brussels another terrible attack against innocent European citizens and visitors from abroad happened.

Although it is again very early and we don't know much about the attacker or the circumstances which led him to commit this horrible crime, it's once again certain that this individual of Tunisian origin has been known to local police for 'petty crimes' whatever they may be. Early unconfirmed indications were brought to my attention that this individual served time for one crime or several offenses and that he was recently released from jail. Again there early indications that didn't affect his residency status as citizen of a third country (non EU).

In general it has to be seriously questioned why criminal individuals with MENA background and almost certain affiliation with radical Islam or it least being susceptible to radicalization are not immediately deported to the countries they came from after they have served their time in jail.
It is also the question why such individuals known for their disrespect for our laws are not scrutinized more thoroughly before they are released or even deported. Additional testing methods have to be developed in order to prevent enraged and possible radicalized individuals from gaining access to assets to be used as weapons later.

Since psychologists can be fooled as well by skilled people it would be recommendable to use additional testing methods based on latest medical techniques regarding detecting distortions in human hormone & brain biochemistry. Of course testing could be done while individuals are being questioned by skilled law enforcement officers.

Although the attacker was shot at the scene he could steer his weapon of choice for quite some distance (about a mile) through a densely populated space. The 'neutralization' of the attacker could and should have taken place much earlier at the entrance of the area which should have been accessible only for pedestrians. The materials used to cordon off the area have also to be scrutinized and a common European standard of disabling possible attacker vehicles has to be implemented. Earlier events such as the attempted attack on the life of the Dutch Royal Family led to a changed policy in the Netherlands for instance. Of course it's a difference between a passenger car of 1-2 tons and a truck of 20-40 tons, so the use of propulsion disabling explosives must also be considered as well as massive reinforced constructions of materials like steel, concrete, carbon fibers, etc. Disabling motor electronics with 'shock weapons' (EMP) should also be considered and US law enforcement districts with some experience with those new tools should be consulted as well as e.g. security experts from Israel which are facing similar threats for longer and will also contribute to security improvements.



Given the mindset of those often troubled young male individuals, not taking additional protection measures against such kind of attacks with motorized vehicles could result in further similar attacks, since others could feel 'inspired' by the 'success' of the mass casualty assault on July 14th 2016. Under no circumstances must future attackers have the feeling that this much more uncomplicated form of terrorism isn't being dealt with properly. And maybe last time's attack, as horrible as it was, was not as bloody as it could have been if the hired truck haven't been just empty.

Strange enough there has been lot of speculation so far whether or not the attacker had jihadist links or ideas and almost no reporting concentrated on the fact that again obviously French security services failed to prevent this from happening by simply putting more efficient road blocks and armor piercing weaponry in place. The simplicity of stopping last mass casualty event with perhaps just a truckload of concrete blocks is mind boggling. Even more so if reports are credible that the driver of truck deceived local law enforcement officers by telling them he had to deliver 'ice cream'. Proper road blocks, demanding written proof/documents and checking the cargo bay of vehicles should be basics of civil protection.

It's not sufficient just to fire those who are responsible for not taking the necessary measures in Nice, but all France and the rest of Europe must be told and trained to follow certain basic protocols which could prevent or at least minimize the impact of such a planned attack. Right now not only is the 'tough talk' by French politicians cheap, but also once again a deception from proper analysis of what actuality did go wrong in the past and taking appropriate measures in the future to stop this.

Right now the obvious inability of politicians and high ranking officers of the security services is at least as dangerous as the twisted-minded attackers themselves. With their negligence they actively support the attackers and endanger the public. It's OK to state that they want to win the fight against terrorism and attackers, without that spirit the struggle would be lost already, but only when their deeds live up to their words ! And those in charge of security operations should perhaps invest less time and energy in trying to figure out what 'inspired' attackers or who 'instructed' them. First and foremost is the duty to think of effective countermeasures under the presumption that all electronic and human surveillance is unable to detect certain individuals or cells. Especially in times where Daesh is suffering losses on the battlefields of Iraq,Syria and Libya a multi-layered defense in Europe is needed asap.

Those layers of security should shift to physically protecting the public by all appropriate measures while maintaining and improving the ongoing surveillance programs and last but not least there needs to be an effective prevention effort. Preventing young, mainly male, individuals from getting radicalized is important to stop the recruitment efforts by Daesh and other jihadist movements . Projects like this one are needed for long term results, but short term protection of our societies mustn't be forgotten either.


Physical protection of the public not only includes measures to take out attackers as quickly and effectively as possible, but also finding technical solutions for short range detection of attackers who will continue to conceal their objectives and weapons of choice. Security would also improve much faster not only when intel is shared between agencies and countries, as is suggested by many politicians, but when existing techniques/programs are taken over from other countries before better ones are being developed.

It should be emphasized again that the security services are not 'blind'
, but individual mistakes at local level, for whatever reason, can result in catastrophic loss of life. Therefore awareness must be present from the presidents or prime ministers office down the local police station in charge of setting up road blocks and ID checks. A 'checklist' of what situation requires what countermeasures in advance and what is to be done once security is breached might also contribute to saving lives as well as constant training, just as in the aviation industry.

        [tweet translation: more than half of the officers deployed in Nice on Jul
         14th were used to regulate traffic]


So once again the French politicians have chosen the 'show effect' or 'quantity' instead of the 'quality' approach. The latter could have been used for 'advertising' purposes as well, the public would have liked to see concrete and viable solutions for a problem, but OK - many politicians' mindset is a precursor for losing this struggle against radicalized mass murderers.

The picture is also getting clearer about whether or not the attacker acted alone ("lone wolf") or had accomplices.




As earlier in Belgium some people who are immediately present on the TV news shows seem to uphold their basic believes no matter that immediately after such attacks there is a lack of information in order to come up with a hypothesis that matches reality. Especially the "lone wolf" scenario along with the "it wasn't radical Islam related":
seems to be very convenient for people who still don't want to believe that we (Europeans / Americans) are at war with these people. Whether we like or not, whether we prefer to go on with our free and leisure oriented societies or not, they want to kill us. The more casualties the better. It's also irrelevant if we want to express how tolerant we are when it comes to religious freedom of expression and especially regarding the Islamic faith, when they consider each and every Muslim not 100% willing to follow them on their warpath also to be their enemy and they kill also "normal Muslims" !

The denial or perhaps really the lack of knowledge of some politicians is quite astonishing and very dangerous:
(regarding "new kind of attack": statement is not correct, see attack on Dutch Royals reference above and some articles in the "related reading" section below. "extreme difficult" is correct when it refers to conventional SIGINT and HUMINT based surveillance, but not necessarily when it comes to "last minute protection measures" )

To be fair to the French government it is worth referring to the latest piece of counter intel & terrorism expert professor John Schindler, who wrote that the French president is closer to reality than the American president:
Hollande Warns What Obama Won’t: Islamic Terrorism Is Real [Observer, Jul 15 2016]

As with any other relatives of individuals accused of violent crimes such murder, we should also be suspicious of all things family members, friends, neighbors say about their detained or killed loved ones or perhaps close friends:


Of course those people want not only to cover up the tracks of the individuals killed or captured, but perhaps they are involved in such plot themselves. Of course it is also possible that parents that haven't seen their sons for years really don't have a clue how their kids radicalized. Those parents have a right to turn a blind eye, the society can't afford to be stupid. As it now emerges that the attacker had some ties to radical Islam, albeit just since a short time, it was clear that he didn't show up on the security services radar screen, which again makes it necessary to invest much more in "last minute/second" prevention measures instead of hoping months or even years of surveillance would be sufficient to prevent such attacks.

Finally the confirmation that this mass murder operation was conducted by a self-radicalized cell, so far under the radar of French security services without links to established terrorist networks:
As other small groups or "lone wolves" could feel encouraged by the fact that neither explosives nor weapons are needed to inflict heavy casualties on 'soft targets' reiterates the need for a rapid shift in anti-terrorists tactics.

Last topic for the time being:


France's Saip emergency smartphone app failed during Nice attack https://t.co/ec7ubaCfZs
— Angelique Chrisafis (@achrisafis) July 16, 2016


no comment.


Please note that this blog post was written over a period of several days,starting from right after the attack happened. In the beginning not too much info was available and anger about yet another security failure couldn't be suppressed. As always it's likely that addition info will be added to this blog post as it becomes available.


related reading/additional info:

        All (previous) EZR blogposts re national security


Attentat à Nice: l'Intérieur, accusé d'avoir exercé des pressions sur une policière, porte plainte pour diffamation [RTBF, Jul 24 2016]
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