Thursday, February 9, 2017

Herr Trump und die Churchill Büste

Lieber Leser,

weitgehend unbemerkt von der im Moment medial einfach überstrapazierten Öffentlichkeit dürfte wohl die Randnotiz geblieben sein, wonach Herr Trump sich wieder die Churchill Büste im Weißen Haus wünscht, wo Herr Obama diese aus seinen Räumlichkeiten hat entfernen lassen.

Es stellt sich die Frage wie weit bewandert Herr Trump mit geschichtlichen Einzelheiten ist, oder ob er vielmehr, was eher wahrscheinlich ist, die Symbolik, die Äußerlichkeiten der ihm bekannten Führer schätzt. Es ist von Herrn Trump bekannt, daß er Filme bzw. die Filmindustrie schätzt und es ist weiterhin auch bekannt, daß er das Medium Fernsehen ebenfalls studiert. Dieser Schluß kommt aufgrund seiner zahlreichen Reaktionen auf TV Sendungen via seinem bevorzugten Kommunikationsmittel: Twitter.
Donald Trump's favorite movies  [CBS]

Es ist nicht überliefert, ob Herr Trump jemals ein Buch gelesen hat, aber die Art wie er spricht und die Art welche Medien er wie benutzt lassen den Schluß zu, daß er keine allzu genauen Kenntnisse besitzt bzw. seine Aufmerksamkeit für Details und Breite nur sehr begrenzt sind.

Es kann natürlich auch sein, daß Herr Trump sich ausgiebig mit dem Leben und Werk Churchills befaßt hat, wogegen allerdings dann doch wiederum spricht, daß Herr Trump wohl an Rußland bzw. an der Regierung Putin einen Narren gefressen hat. Immerhin auch wenn Herr Trump eine Vorliebe für starke Führungspersönlichkeiten hat können wir froh sein, daß er nachweislich General Patton schätzt, sowie wohl auch General McArthur und eben Churchill, dessen Büste er wieder entstauben lassen will. Wiederum andererseits wissen wir mittlerweile auch, daß Herr Trump offenbar kein stetiger Charakter ist ud seine Meinung innerhalb kurzer Zeit um 180°zu drehen vermag. Verschiedenste Dinge sind da auf Twitter belegt, wobei anzumerken ist, daß ihn das offenbar nicht zu stören scheint, daß er sich belegbar öfter selber widerspricht, denn sonst würde er seine alten Tweets löschen. Gleiches gilt für sehr kontroverse Kurznachrichten. Es drängt sich der Eindruck auf, als sei es ihm nicht egal , daß man ihm beim Schummeln oder bei Ausfälligkeiten erwischt, sondern er liebt es, daß man ihm auf die Schliche kommt, aber man trotzdem nichts dagegen machen kann bzw. macht.

Zurück zu den geschichtlichen Vorbildern. Zunächst einmal darf man froh sein, daß Herr Trump die Büste Churchills in seiner Nähe haben möchte und nicht wohl ebenfalls noch nicht alle zerstörten von Herrn Hitler oder Herrn Stalin. Das läßt hoffen, daß er sich noch zu westlichen Werten verpflichtet fühlt und nicht nur der Strahlkraft starker Charakter erlegen ist. Was die Beschäftigung mit "den Einzelheiten" betrifft, so gibt es da doch entweder wie gesagt Defizite oder es ist ihm wie oben angeführt egal, daß er sich in Widersprüche verwickelt. Herr Churchill jedenfalls so viel sei gesagt war ein strikter Anti-Kommunist und erklärter Feind gegen sowjetische Ausdehnung. Er hat früher als der amerikanische Präsident das Wesen Stalins erkannt, seine Machtgier , Brutalität, ja seinen persönlichen Sadismus, sowie das bösartige Wesen des Kommunismus bzw. seiner Führer. Das verbindet ihn, den Kriegshelden Großbritannien, mit den Kriegshelden wie General Patton, der sogar kurz nach Beendigung der Kampfhandlungen in Europa als das Hitler Regime bezwungen war sogar sehr schnell die Sowjets als weiteren Feind Amerikas und der freien Welt ausgemacht hat und den er weiter bekämpfen wollte. Der andere offenbar ebenfalls von Herrn Trumo verehrte amerikanische Kriegsheld ist General McArthur. Ebenfalls ein Haudegen und militärisches Genie, wie überhaupt die USA eigentlich jeden Tag aufs neue dankbar sein müssen, daß während und nach dem 2. Weltkrieg es eine Reihe großartiger militärischer Führer in ihren Reihenwaren, ohne die der Krieg so nicht hätte gewonnen werden können. (Gut einmal abgesehen von Anfangsschwierigkeiten z.B. bei der US Admiralität, welche die U-Boot Gefahr vor der US Küste anfangs nicht richtig eingeschätzt hatte bzw. die ergriffenen Maßnahmen nicht sehr von Weisheit geprägt waren.)

Die Rolle McArthurs ist dabei etwas kontroverser als die Pattons, aber wohl schlicht einfach deshalb, weil es Patton nicht vergönnt war sein militärisches Talent auch noch im Korea Krieg zu beweisen. Die Karriere McArthurs endete bekanntlich mit dem Korea Krieg und zwar nicht ganz freiwillig, denn er wurde vom Oberkommandierenden Truman entlassen. Eine bis heute umstrittene Entscheidung, insbesondere wenn man die "konventionellen Toten", insbesondere aber die zivilen Opfer des Kriegs und der von beiden Seiten begangen Greueltaten sich anschaut. Aber eine solche "bilanzierende" Betrachtungsweise ist es auch, welche Kleinfeuerwaffen ebenfalls das Attribut "Massenvernichtungswaffen" verleiht, denn in der Praxis sind es eben die Vielzahl der kleinen, konventionellen Waffen, denen insbesondere Zivilisten zum Opfer fallen.

Zurück zu Churchill und Herrn Trump. Herr Churchill war ein Gegner deutscher Nazis und der Sowjets und er hatte Hitler bereits zum Feind als Stalin noch glänzende Geschäfte mit Nazi-Deutschland machte. Auch ein Kapitel was insbesondere die heutige russische Führung gerne wieder im Sinne der Sowjets umdichtet, wonach der "große vaterländische Krieg" quasi das einzige Bollwerk gegen die Nazis gewesen wäre. Das aber ist nur reinste Propaganda, sondern Geschichtsfälschung im Sinne von das Krieg selbst gegen Polen ggf. gar nicht von Hitler begonnen worden wäre, wenn er von Anfang an (schon wieder) einen Zweifrontenkrieg mit den Westmächten (Frankreich und Weltreich Groß-Britannien) und den Sowjets, seinen bis dato erklärten Erzfeinden, hätte führen müssen. Wobei schon wieder bei der Prinzipientreue Churchills sind, der sich auch bereits vor Ausbruch des Krieges gegen die Nazi-Diktatur ausgesprochen hat, und der im Prinzip ebenfalls wie Stalin, sich hätte von Eigeninteressen hätte leiten lassen können, und dafür einen Separatfrieden mit Hitler hätte abschließen können. Eigentlich, ausgehend von der eigentlichen lebenslangen Triebfeder Churchills - dem Erhalt der Kolonien und des britischen Imperiums -, die naheliegendere Option für Churchill. Der dt. Diktator jedenfalls hat es immer vorgezogen das kontinentale Europa für sich zu beanspruchen und dafür, wie er sagte: England, die Beibehaltung des Weltreichs und die Unversehrtheit der britischen Inseln zu gestatten. Wir wissen nicht genau, was Herrn Churchill dazu bewegte diesen "Separatfrieden" nicht entgegen der Wünsche des Diktators, welcher noch bis zur siegreichen Beendigung des Frankreichfeldzugs an diese Möglichkeit glaubte, abzuschließen. Eine Sicherung des britischen Empire wäre ihm damit gelungen und somit werden sicher seine prinzipiellen Überzeugungen als Demokrat und Verteidiger westlicher Werte wie Freiheit und Demokratie eine große Rolle bei seinen Entscheidungen gespielt haben.

Es könnte jedoch auch sein amerikanisches Blut gewesen sein, seine Liebe zu Amerika, seiner zweiten Heimat gewesen sein. Dem Land seiner Mutter. Das Land, welches er zwischen den beiden Kriegen bereist hat und wo im Kapitol wie auch an der Westküste, im "liberalen Kalifornien", etliche Kontakte pflegte, welche ihm im Falle der Politiker der Ostküste später noch einmal sehr nützlich werden konnten in der Schmiedung einer Allianz gegen Nazi-Deutschland. Nicht nur eine schlichte Wiederholung des, im ersten Weltkrieg sehr verspäteten,  Kriegseintritts der USA, sondern eben auch eine umfassende Unterstützung quasi aller Gegner des Nazi-Regimes wie der diesem verbundenen Mächte Italien und Japan. Die Bedeutung vom Lend-Lease Programm wird heute von großen Teilen der Bevölkerung noch immer unterschätzt, so wie diese "stille Rolle" auch ihren Teil zur russischen Legendenbildung des "großen vaterländischen Krieges" mit beiträgt, der ohne die massive Unterstützung der USA nicht möglich gewesen wäre. Die Logistik des Krieges wurde auch von Churchill richtig eingeschätzt, als er z.B. die dt. U-Boote als kriegsentscheidend ausmachte und die britische Admiralität mit auf allen Gebieten von Churchill perfekt unterstützt wurde. Zurückkommend auf seinen "langen USA Urlaub" zwischen den Kriegen läßt sich sagen, daß dieser ihm half seinen "schwarzen Hund", seine Depressionen besser in den Griff zu kriegen. Der Aufenthalt in Kalifornien wurde insbesondere eine Begegnung mit der Welt der Künstler und der Kunst, deren Sammlung auch eine Leidenschaft seines Gönners und Zeitungsmagnaten Randolph Hearst war bei dessen Residenz er Churchill zu nächtigen pflegte, wie u.a. aus den Erzählungen seiner Enkeltochter hervorgeht. Natürlich traf sich Churchill in Hollywood auch mit seinem britischen Landsmann Charles Chaplin, dessen wesentlich linker verortete Weltanschauung er zwar nicht teile, wohl aber dessen Art des Humors und es sind sogar Filmaufnahmen überliefert wo Churchill sich mit Chaplin bestens amüsierte.

Aber Churchill war nicht nur ein Freund der Kultur, ein Reisender und Autor, sondern eben in seinen jüngeren Jahren auch aktiver Soldat, der oft sogar mehr Eiger und Kampfeswillen mit der Waffe in der Hand besaß als es eigentlich für seinen Titel nötig gewesen wäre. Auch das unterscheidet ihm von Herrn Trump, welcher sich sogar der seinerzeit in den USA geltenden Wehrpflicht entzogen hat um nicht in Vietnam dienen zu müssen. Dennoch scheint Herr Trump dem Militär gegenüber eine ähnliche Zuneigung zu besitzen wie Brad Whitaker (engl.), jenem obskuren Waffenhändler aus dem James Bond Film "Der Hauch des Todes" der niemals in der Armee diente, aber sich ferne als "General" sieht und auch so rumläuft und eine Ahnengalerie seiner selbst in den Gewändern berühmter Diktatoren sein eigen nennt. Offenbar verbindet Herrn Trump mit "General" Whitaker, daß auch er sich gerne als Stratege sieht, welcher dann auch die Fähigkeiten anderer, echter Generäle anzweifelt, die etwa hier in diesem Artikel bezüglich des Kampfes gegen ISIS hervorgeht.

Churchill zog es vor nachdem er als Marineminister im ersten Weltkrieg an dem Landeunternehmen bei Gallipoli (Osmanisches Reich, heute Türkei) gescheitert war und seinen Hut nehmen mußte als Frontsoldat in Frankreich zu dienen.
Erster Weltkrieg Drei Männer, drei Schicksale [Der Spiegel, 30.1.2014]
Von Herrn Trump hingegen wurde wahrscheinlich noch nie eine Entschuldigung oder gar eine Geste der Reue vernommen. 

Obwohl verschiedene Zeitungen in Groß-Britannien Herrn Churchill jeweils für "ihre Seite" bei der noch immer anhaltenden Diskussion um für und wider der britischen Loslösung von der EU vereinnahmt wird ist er unbestritten einer der Gründerväter der Europäischen Union (Engl.), Noch eines hatte Churchill seinen jetzigen Zeitgenossen auf den britischen Inseln voraus: Seine strategische Weitsicht war nicht nur was die Ambitionen der Russen , oder besser der damaligen Sowjets betraf besser ausgeprägt, sondern er hätte er hätte auch die über die wirtschaftlichen Konsequenzen hinausgehenden strategischen Nachteile fürs (noch) Vereinigte Königreich gesehen. Nach hiesiger Ansicht war das größte Verdienst Churchills das geschickte taktieren und die Einbeziehung der USA in den europäischen Kontinentalkrieg, ohne deren Ressourcen Europa wahrscheinlich an die Kontinentalmacht Deutschland gegangen wäre oder zumindest der Krieg wesentlich verlängert worden wäre.

Wir kennen noch nicht die strategischen Ergebnisse von angekündigten Einsätzen des Präsidenten Trump, aber die ersten Anzeichen einer Vergraulung der traditionell den USA freundlich gesinnten internationalen Partner einerseits und die wohl etwas zu hastig ausgeführte erste Militäroperation im Jemen können wohl als Fehlschlag bezeichnet werden. Es ist wie gesagt noch zu früh um abschließend die taktischen bzw. strategischen Fähigkeiten des bisherigen Immobilienmoguls Trump bewerten zu können, jedoch läßt sich jetzt schon konstatieren, daß Herr Churchill seit seinen jungen Jahren und seinem Einsatz in Südafrika auch tatsächlich mit der Waffen in der Hand gekämpft hat und sich später auf seinen zahlreichen Reisen auch immer wieder mit Staatsmännern traf um alte Allianzen zu festigen und neue zu schmieden. Ein gefestigter Charakter der sowohl in der Politik wie auch im Militär sein Zuhause hatte, auch wenn es sicherlich auch Schattenseiten wie seinen Alkoholkonsum und seine zeitweiligen depressiven Phasen gab. Was den Alkohol betrifft so ist Herr Trump nach eigenen Angaben seit dem sehr frühen Ableben seines Bruder, der wohl auch infolge des übermäßigen Abholkonsums früh verstarb, Abstinenzler.
For Donald Trump, Lessons From a Brother’s Suffering  [NYTimes, 2.1.2006]

Des weiteren ist bezüglich Churchill wohl unbestritten, daß der Nachfolger des glücklosen Premiers Chamberlain kein Freund der so genannten Appeasement-Politik war und sowohl gegenüber Hitler, wie auch später gegenüber Stalin kaum zu Kompromissen bereit war. Zu letzterem Diktator war es für Churchill schwieriger klare Kante zu zeigen, da die Ausgangslage nach Beendigung des 2. Weltkriegs eine andere geworden ist und die USA fortan die Führungsrolle der westlich orientierten Staaten übernommen hatte. Jedenfalls rätseln bis heute viele Kommentatoren der US Politik warum Herr Trump ausgerechnet gegen Rußland und dem Kreml so milde Töne anschlägt bzw. diesen ähnlich wie zuvor auch der italienische Premierminister Berlusconi diesen gegen Kritik sogar verteidigt.





Friday, January 27, 2017

Der US Problemsender und ein möglicher Lösungsweg

Lieber Leser,

nur ein kurzer Nachtrag zu den übrigen Blogbeiträgen und eigentlich ist es bereits am Rande erwähnt worden in Zusammenhang mit Politikern und der Notwendigkeit, daß diese nicht nur weniger lügen und mehr faktenorientiert sein sollten, sondern diese Fakten auch mit "Herz" vertreten sollten.

Vorab sei es hier gesagt, daß im Zusammenhang mit der Analyse amerikanischer Medien und Wählerverhaltens die Meinung von einem Professor der Harvard Universität besonders den "Nagel auf dem Kopf" treffen und es sich auf alle Fälle lohnt ihm auf Twitter zu folgen. Das einzige "Problem" mit ihm, wie auch anderen kompetenten lohnenswerten Tonangebern auf sozialen Medien, wie z.B. auch Herrn Kasparov als Vertreter der russischen Opposition,  ist eigentlich daß diese zu sehr unterschiedlichen Themen sich äußern und nicht gesagt bzw. garantiert ist, daß jeden Tag nur ein spezifisches Thema behandelt wird. Wie auch immer beide, Herr Kasparov (@Kasparov63) und auch Herr Professor Tom Nichols (@RadioFreeTom) sind auf alle Fälle echte Empfehlungen sowohl zum Thema Rußland bzw. Sowjetunion wie auch gegenwärtige US Politik,  nicht nur beschränkt auf deren schillernster Figur: Donald Trump.
Eine technische Störung verhindert leider zur Zeit einige zu diesem Blogbeitrag sehr passende Tweets des Herrn Professors hier zu posten, es sei jedoch diesbezüglich auf die sehr gute, aber ein versteckt gelegene erweiterte Suchfunktion von Twitter verwiesen, dies es gestattet, daß man Tweets eines Kontos eines gewünschten Zeitraums (19.1.2017) sich anzeigen läßt.


[update 21.1]Zitieren geht wieder:


[/update]
"Fox News was the main source for 40% of Trump voters" (Pew Research)

 [Pew Research Center, 18.1.2017, inklusive aufschlußreicher Grafiken]

Zurück zum Thema "Eigene Propagandanetzwerke": Für die USA machte Herr Nichols auf die Bedeutung von Foxnews für den Meinungsbildungsprozeß insbesondere bestimmter Kreise aufmerksam und innerhalb dieses für die USA etwas "neueren" Kabelnachrichtensenders den Moderator Herrn Hannity. Dieser ist jedoch nicht der einzige bei diesem Sender als "Einpeitscher" angestellte Mensch, so viel sei verraten, auch wenn EZR selbst seit längerer Zeit nicht mehr täglich FoxNews schaut, sind die traditionellem Moderatoren, wie Herr Bill O'Reilly und andere dort aus eigener Anschauung bekannt. Herr Nichols verweist nicht zu Unrecht auf die Tatsache, daß der von Rupert Murdoch ins Leben gerufene Sender als dieser startete so etwas wie ein Gegengewicht zu den anderen eher liberaleren (vielleicht auch durchaus im amerikanischen Sinne von "linkslastig") gewesen ist. Es wurde eine Alternative für die konservativen Bürger bzw. Wähler ins Leben berufen, die auch durchaus mit guten Liveschaltungen und Shows in Sachen Zuschauerzahlen punkten konnte und so sich im hart umkämpften US Markt behaupten konnte. Etwas was nebenbei gesagt nicht allen neuen Nachrichtensendern wie z.B. Al Jazeera gelang.  

Es ist schwierig ein deutsches Pendant zu Foxnews zu benennen, vielleicht trifft es "Bildzeitung im TV Format" noch am ehesten. Also beste Unterhaltung, Aktualität mit einer ausgeprägten weltanschaulichen Mission. Aus der ehemaligen Alternative zu anderen Nachrichtenkanälen ist jedoch mittlerweile zusammen mit z.B. dem so genannten Talkradio eine Dauerberieselungsanlage geworden, an deren Ende die Stammzuschauer tatsächlich so in etwa in ihrer eigenen geistigen (virtuellen) "Alternativwelt" leben, weil eben alles geglaubt wird was die mehr Fernsehpredigern denn Journalisten ähnlich "Vorbeter" denen 24/7/365 (mehrere Jahre) eingetrichtert haben. Jetzt könnte man zwar meinen, daß mit der stetig steigenden Nutzung des Internets das Informationsmonopol endgültig gebrochen wurde, doch es wird verkannt, daß solche derartig bereits vorprogrammierte Menschen dann auch beim "neuen" Medium Internet dann gerne auf ähnlich gelagerte, verstärkend wirkende Angebote wie z.B. dem von "Breitbart" eingehen und auch sonst nichts anderes konsumieren. Es ist durchaus möglich auch Foxnews zu schauen und dabei gut unterhalten zu werden, wenn man nebenbei zum Ausgleich auch noch andere Medien als Quellen nutzt, wenn das allerdings unterbleibt wird es leicht zum Problem.

Medienkonsum ist wohl das Stichwort, denn es werden Angebote des Infotainment geschaffen, die leicht zu konsumieren sind und wo auch seitens der Anbieter kaum Mühe darauf verwendet wird die weitervermittelten Information auf Stichhaltigkeit zu überprüfen. Das Ergebnis am Ende ist dann, daß es dann Menschen gibt, die dann wirklich von extrem anmutenden Dingen überzeugt sind bis hin zur Existenz von Aliens, oder der "Tatsache", daß Herr Obama ein Muslim sei der außerhalb der USA geboren ist und daher vollkommen zu Unrecht Präsident der USA wurde. Womöglich gibt es sogar Menschen die glauben die Aliens hätten den im höchsten Staatsamt etabliert, aber das ist jetzt wirklich Spekulation.

Was tun ?
Das große Problem mit jener Gruppe Menschen die in einer völlig anderen "Realität" leben, weil diese sich lange Zeit (z.T. über Jahre) in einer "Medienblase" aufgehalten haben und nunmehr völlig auf "Roswell" und andere nicht auf nachprüfbare Fakten basierenden Theorien ausgerichtet haben, ist es denen mit Fakten zu begegnen. Herr Professor Nichols und andere natürlich auch haben es versucht mit solchen Leuten ins Gespräch zu kommen und mit denen "ernsthaft" zu reden, aber auch wenn denen die Fakten wie bei einer Skatrunde die Karten nach und nach auf den Tisch legt sagen die am Ende so etwas wie: "Die Karten sind allesamt gezinkt !" Da ist mit Fakten und Fake News ständig überprüfen und widersprechen nichts mehr zu machen. Auch dürfte unschwer zu erkennen sein, daß solche vorgeschädigten", in einer Blase lebenden Menschen sehr leicht zum Ziel feindlich gesinnter Propaganda werden könnten, wenn diese darauf abzielt bereits vorhandene Vorurteile zu bedienen und mit eigenen Botschaften zu verbinden.
Es gibt auch durchaus hochgebildete Leute und aufrechte Journalisten die am Ende ihres Rates sind und angesichts einer solch bereits ausprägten Vorschädigung großer Teile der Bevölkerung auch nicht mehr wissen, wie man dieser Entwicklung begegnen kann.

Die Lösung auch dieses Problems könnte darin bestehen, daß man die nachweislichen Erfolgsrezepte der "schlechten Beeinflussung" kopiert und diese noch übersteigert. Am Beispiel Foxnews zieht sich das Thema Patriotismus wie ein roter Faden durch alle Sendungen und dieser spezielle ausgeprägte Patriotismus der US Bürger, welcher insbesondere in Deutschland nicht nachvollzogen werden kann, weil die gesellschaftliche Indoktrination eher in die andere Richtung des politischen Spektrums tendierte. Aber man sollte andere Länder grundsätzlich aus der eigenen Perspektive betrachten, wenn auch Vergleiche anstellen legitim ist, sondern eben aus der Sicht der US Bürger sehen, daß der Patriotismus dort von der Schule bis zur Beerdigung gelebt wird und die Fahne , der Verfassung, der Präsident u.a. deswegen so verehrt werden, weil man noch immer Stolz darauf ist sich aus eigener Kraft von der britischen Kolonialmacht gelöst zu haben und erstmals ein Land freier Bürger ohne den absolutistischen Machtanspruch von Königen entstand. Der Umstand, daß das ganze noch junge Land Mitte des 19. Jahrhunderts sich in zwei feindlich gegenüberstehende Lager spaltete und einen erbitterten Bruderkrieg mit bis heute den meisten Opfern aller US Kriege führten, verstärkte diesen Patriotismus vielleicht sogar noch. Aus dieser Geschichte der Eroberung des Westens, wie auch der kriegerischen Auseinandersetzung mit Ureinwohnern wie auch zweier Lager (Nord- und Südstaaten) stammt im übrigen auch die "Vernarrtheit" in Feuerwaffen, deren Besitz auch in der Verfassung verankert ist. Nun ist man zwar aus europäischer Sicht vielleicht etwas skeptischer was diese Dinge betrifft, jedoch sollte man keinesfalls den Fehler machen den US Bürgern diesen Patriotismus zum Vorwurf zu machen oder ihn gar zu verteufeln. Um auf Foxnews und seine "patriotische Linie" zurückzukommen, kann man sagen, daß der Sender die damalige Marktlücke für solche Ansichten im TV Nachrichtenwesen erkannt und genutzt hat (im übrigen auch nachlesbar bei Professor Nichols), aber leider dieses Erfolgsrezept auch dazu geführt hat, daß nicht nur "reine" republikanische, also konservative-patriotische, Positionen vermittelt wurden, sondern einige Moderatoren (nicht alle!) bei dem Sender eine Linie propagiert haben die sich eher einigen Einzelpersonen wie Sarah Palin oder Donald Trump verpflichtet fühlten, ohne deren vorhandene Widersprüche mit der republikanischen Partei näher zu prüfen bzw. über solche zu berichten. Man könnte sagen, daß sich so etwas wie ein "Fanclub" für Personenkult gebildet hat, wobei auch eine Art "Umdichtung" der jüngeren republikanischen Geschichte stattfand. Am deutlichsten zeigt sich dies an der Rolle Ronald Reagans, die wohl jedem Republikaner unstrittig sehr viel Empathie entlockt, welche aber jetzt in Zeiten des US Wahlkampfs dahingehend 2umgedichtet" wurde, wonach die angestrebte Politik des Herrn Trump übereinstimmend mit denen von Herrn Reagan vertretenen Werten sei. 

Dabei wurde zwar völlig legitimerweise an das Herz bzw. an das Bauchgefühl der republikanischen Wähler appelliert, jedoch verbunden mit den Botschaften des Herrn Trump, welche nicht im Einklang mit vielen Grundsätzen auch der heutigen republikanischen Partei, und schon gar nicht denen zur Zeit Reagans, stehen. Es wurde also erfolgreich das gute Gefühl der Leute angesprochen um damit eine andere Botschaft zu versenden. 
Eine mögliche Alternative wäre es nun, wenn man wiederum alternative Sender wie z.B. "Wolfnews" schafft, die den absolut reinen Patriotismus, angefüllt mit viel Militärs wie z.B. echten "Haudegen" wie General Mattis, vertritt und eben auch das Grundverständnis für z.B. die Größe der USA vermittelt dem Kommunismus bzw. dem Konzept der sowjetischen Expansion zu widerstehen und die geschichtlichen Fakten wieder erneut vermittelt, die noch vor "nur" 25 Jahren wohl jedes Schulkind kannte. Einen Sender, der weiterhin auch das Recht auf Feuerwaffen verteidigt, die guten Vorzüge der US Verfassung hochhält, aber dazu keine Fakten verdreht, Lügen oder Halbwahrheiten verbreitet, sondern an die republikanischen Traditionen, republikanische Präsidenten deren Überzeugungen und Reden( am besten festgehalten im Originalton und Bild) und deren Zeitabschnitte erneut erinnert und somit eine Art Gegenrealität zur verbogenen Phantasiewelt der "Umdichtungen" wieder herstellt. Es muß möglich sein auch republikanisch-konservative Standpunkte zu vertreten und dabei der Wahrheit, den Fakten und den Traditionen verbunden zu bleiben. Wie auch bei anderen Nachrichtensendern wäre es wünschenswert, wenn auch nebst ständiger -Live- Berichterstattung und Gefachsimpel einiger im Studio anwesender und ausgesuchter Experten auch wieder etwas mehr "Tiefgang" in Form historischer Kenntnisse vermittelt wird. Die Anwesenheit von Historikern¹ wäre eine Sache und die Ausstrahlung von klugen aber auch spannenden Dokumentationen wäre ein zusätzlicher Anreiz, der sicher auch keine Zuschauer verschrecken würde. Man sollte in diesem Zusammenhang auch einmal den Erfolg der losen Folgen von 'ZDF History' sehen, die zwar nicht immer höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, aber durchaus bei den Zuschauern beliebt sind und auch tatsächlich für manchen Zuschauergruppen die einzige Quelle sind um einen Zugang zu Geschichtswissen zu bekommen. Dies alles kann wie gesagt auch mit wehender Fahne, der Nationalhymne am Tagesende und dem Gebet und der Armee kombiniert werden, Hauptsache ist, daß Menschen wieder an die Realität herangeführt werden denen diese entglitten ist und der Scharlatanerie damit das Wasser abgegraben wird. 
Vermittelter authentischer Patriotismus mit Fakten wäre ggf. mittelfristig auch der Schlüssel für eine wieder mehr pragmatischere und programmatischere Politik.

 
¹ Nachtrag: wie dies z.B. auch mit der Anwesenheit von der glänzenden britischen Historikerin Kate Williams bei Übertragung von CNN anläßlich der Übertragung der Gedenkfeierlichkeit der Landungen in der Normandie (2015?) gemacht wurde, oder wo Frau Professor Williams für das ZDF anläßlich von Live Übertragungen von königlichen Ereignissen in Groß-Britannien mit in der Kommentatorenkabine saß.. Geschichtsexperten mit "Draht zum Publikum" bereichern jede Nachrichtensendung mit mehr Tiefgang.
  



Thursday, January 26, 2017

Problematik des Empfangs wichtiger Information bei sozialen Medien

Lieber Leser,

Was im vorherigen Betrag über Manipulationsmöglichkeiten und Übersättigung geschrieben wurde soll hier im einen weiteren Punkt ergänzt werden.Dabei geht es um die Grundproblematik sozialer Medien in Zusammenhang mit Informationsverbreitung.

Der Grund wieso diese kleine Serie von Artikeln gestartet wurde ist der , daß es binnen kurzer Zeit gelingen muß diese Problematik der Falschmeldungen einerseits und Überversorgung mit "Müll" andererseits einzudämmen, will man nicht eine Renaissance radikaler Parteien erleben die zudem noch zumeist auch noch in einer symbiotischen Gemeinschaft mit äußeren Feinden der EU sind.

Die Grundproblematik ist eigentlich vergleichbar mit der einer andern Anforderung an soziale Medien, welche nicht nur bereits theoretisch durchdacht wurde, sondern die auch bereits mehrfach im Zusammenhang mit größeren Naturkatastrophen zum Einsatz kam, als es darum ging möglichst viele Menschen mit nützlichen, ja manchmal lebensrettenden Informationen zu versorgen. Der Herausforderungen dort innerhalb kurzer Zeit ein neues Kommunikationsnetz aufzubauen, wenn "normale" Infrastruktur basierend auf Strom oder festen Landleitungen ausgefallen ist könnte mit der Anforderung verglichen werden möglichst viele Leute noch rechtzeitig vor den nächsten wichtigen Wahlen in Europa, darunter auch der Bundestagswahl am 24 September 2017, zu erreichen bzw. eine Grundversorgung mit "Realitäten" zu gewährleisten, damit Scharlatane weniger Aussichten auf Erfolg haben.


Dies ist nur eine kurzfristige Zielsetzung und mittelfristig muß es möglich sein eine "Infrastruktur des Lernens" zu etablieren, welche außerhalb von Schulen und Hochschulen es allen interessierten Menschen es erlaubt auf freiwilliger Basis eine sehr umfangreiche Faktenkenntnis zu erlangen, aber eine "Grundversorgung" auf Zwangsbasis ist ggf. genauso wichtig wie die Schulpflicht oder Verkehrsregeln die auch zwangsläufig erlernt werden müssen, damit weniger Tote und Verletzte als z.B. im indischen Straßenverkehr gibt. Die westlichen Gesellschaften sind zu Freizeitgesellschaften geworden, was hier auch nicht bewertet werden soll, nur soll eben darauf hingewiesen werden, daß der "persönliche Vielzweckkommunikator", also Handy oder Tablet mittlerweile ein ständiger Begleiter der Menschen geworden ist und zwar nicht während der traditionellen Freizeit, also der arbeits-- oder studienfreien Zeit, sondern es ist mitunter auch eine Mischform entstanden, denn der Kommunikator ist häufig auch bei der Arbeit mit dabei oder sogar in den Schulen bis runter zu den kleineren Klassen.

Die Problematik der "medialen Zerstreuung" ist dabei, daß diese sowohl Fluch, wie in letzter Zeit häufig angeprangert wurde, oder auch Segen sein kann. Ebenso wie man mit einem Füllfederhalter entweder sinnvolle Dinge bis hin zu ganzen Büchern aufschreiben kann, oder aber man den Füller als schönes Spielzeug sieht mit dem man prima Wände bemalen kann, weil er so schöne Kleckse auf der Tapete erzeugt. Kinder lernen in der Schule das Schreibgerät als solches zu nutzen oder von ihren Eltern beigebracht, daß man mit einer Gabel keine kleinen Insekten aufspießt oder dem Brüderchen damit nicht ins Auge stechen soll. Vielleicht muß man während der Erziehungsphase nicht einmal die negativen Seiten verbieten, sondern genügend es den Umgang mit den positiven Eigenschaften vertraut zu werden um damit keinen Schabernack zu veranstalten.

Soziale Medien sind neue Medien und der Umgang damit muß auch erst erlernt werden und andererseits werden Leute die bisher schon ganz gut mit Informationsverarbeitung und Publizieren vertraut sind damit schneller sinnvolle Dinge damit anfangen können, als jene Leute die keinerlei Übung in solchen Dingen auf z.B aus "Altmedien" wie Papier haben, wo es alles noch etwas länger dauerte vom "Input" bis zum "Output" und wo auch menschliche Impulshandlungen weitgehend ausgeschlossen waren.

Neuanmeldung beim neuen Netzwerk nur mit nationalen "Info-Grundstock"
Wie bereits an anderer Stelle ausführlicher behandelt, kann es durchaus Menschen unterschiedlichen Alters, sozialer Herkunft und Geschlechts geben, welche soziale Medien zunächst ausschließlich "für privates" nutzen, dann aber auf Empfehlungen bzw. geteilte Links Retweets o.ä. auf "spannende" Nachrichten aufmerksam gemacht werden. Die zunächst für private Dinge geschaffene virtuelle Welt sagen wir mal z.B. einer Hausfrau, welche sich um die Kinder kümmert wird zunächst von Kochrezepten und dem Austausch mit Freundinnen und anderen Müttern aus den Schulen der Kinder beginnen und sich dann langsam um weitere, nicht private Nachrichtenkonten erweitern. Kann sein, daß dabei etablierte, z.B. vom Fernsehen her bekannte  Medienangebote gewählt werden, könnte aber auch "Promi-News One" (Fiktion !) und diverse ähnliche Kanäle sein. Wie bereits auf dem Blog zu sporadisch auftretenden schweren Naturkatastrophen ausgeführt ist ein solcher "Neustart" mit sozialen Medien auf eine aktive eigene Suche nach geeigneten Kanälen der Information angewiesen. Nur ist es eben sehr schwierig bei der riesigen Auswahl diverser Quellen zu entscheiden welches davon "seriös" ist und nur geprüfte und richtige Nachrichten an den Mann bzw. die Frau bringt, oder ob der Zweck nicht vielmehr nicht die reine Erregung der Aufmerksamkeit ist mit den damit verbundenen Werbeeinnahmen ? Die Anzahl der zur Grundinformation ausreichenden Kanäle ist eher begrenzt, wenn eben bestimmte Qualitätsstandards eingehalten werden, oder umgekehrt ist es durchaus möglich 100 Kanäle zu abonnieren und dabei sich immer tiefer in eine Scheinwelt jenseits der nationalen politisch-ökonomischen Realität zu gleiten.      

Was eine Zwangsvorgabe zur Eindämmung nationaler Katastrophen betrifft so kann auch hier das Interesse der öffentlichen Sicherheit es rechtfertigen, daß vielleicht 10 oder mehr Kanäle von Diensten wie Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Innenministerium und ähnliche bei einer Neuanmeldung eines Kontos automatisch zugewiesen werden, welche dann nicht mehr gelöscht werden können. Bei Twitter muß es nicht zwangsläufig so sein, daß diese "Zwangskanäle" zwingend in der eigenen,überwiegenden privaten so genannten Timeline, also dem Strom eingehender Nachrichten (Tweets,) erscheinen müssen und somit das Nutzererlebnis dauerhaft trüben. Es ist möglich eine beliebige Anzahl von "Zweitströmen" eingehender Nachrichten für z.B. öffentliche Sicherheit zu etablieren, auf den dann im Bedarfsfall der Nutzer mit einem Mausklick sofort umschalten kann. (Was er in einer Notsituation auch ziemlich sicher machen wird)  

Timeline1 = Durch normales Folgen, alle weiteren als "Liste"  

Timeline 1 : natürlich wachsende eigenes soziales Netz (Privat- und beliebige Infokanäle)
Timeline 2: Öffentliche Sicherheit (Mindestvorgabe automatisch, nicht löschbar, aber ergänzbar)
Knopf (Button) für Anforderung weiterer neuer Folgevorschläge
Timeline 3: Verläßliche nationale Nachrichten (Mindestvorgabe automatisch,löschbar bis auf 5)
Knopf (Button) für Anforderung weiterer neuer Folgevorschläge
Timeline 4-X: Verläßliche Informationen zu einem Interessensgebiet (nach Auswahl automatisch, ergänzbar oder löschbar)
Knopf (Button) für Anforderung weiterer neuer Folgevorschläge

Aus eigener Erfahrung kann gesagt werden, daß sich soziale Medien durchaus hervorragend eignen um sinnvolle Dinge zu lernen, nur eben muß sich irgend jemand die Mühe machen die riesige Zahl von Kanälen für Neuankömmlinge zu ordnen und das Angebot überschaubar zu machen oder besser noch zusätzlich Tips und Kniffe verraten, wie man selber gute Quellen findet und diese dann für sich nutzt. Aber wie gesagt komplett "blutige Anfänger" benötigen gewisse Zwangsvorgaben, so ähnlich wie die Kinder in der Schule auch lernen müssen die Notrufnummer zu wählen, wenn was passiert ist ist oder wie gesagt der Führerschein als Grundlage für die Teilnahme am heutigen Straßenverkehr. Es wird zukünftig weniger "blutige Anfänger" geben, wenn der richtige Gebrauch sozialer Medien bereits in Lehrpläne integriert wird. Die Vorteile überwiegen da die Nachteile, auch was die Verbreitung von Gerüchten betrifft, welche man mit technischen wie erzieherischen Maßnahmen durchaus in den Griff bekommen kann.

Profis zeigen bisweilen keine Konstanz 
Im vorherigen Abschnitt wurde zwar die technische Möglichkeit beschrieben die Nachrichtenkanäle an den Mann bzw. die Frau Neuanfänger bei z.B. Twitter zu bringen, aber damit ist es sicher noch nicht getan. Zum einen gab es zumindest in den Anfangszeiten dt. öffentlich-rechtlicher Nachrichtenkonten das Problem, daß offenbar Jugendliche und keine Erwachsenen sich dort als Betreiber austoben durften und es an der gebotenen Ernsthaftigkeit fehlte. Des weiteren ist eine starke Fluktuation der Frequenz feststellbar mit der auch manche etablierte Medien ihre Nachrichten ins diese Netze "schießen". Bisweilen stundenlang gar nichts, dann aber z.B. am Morgen oder Abend schon mal 10-20 Artikel auf einmal. Oder aber die inhaltliche Qualität zumindest der hier auf diesen Plattformen ins Rennen geschickten Beiträge hat stark abgenommen. Es ist allerdings auch schon einmal abweichend vom negativen Trend eine plötzlich Zunahme der Aktivität gleich vieler Konten eines Nachrichtensenders beobachtet worden: Dies betraf diverse CNN Twitterkanäle die unmittelbar nach den durch Präsident Trump gewonnenen Wahlen so um den 9,10 November plötzlich jede Menge Artikel über den ganzen Tag verteilt ins das Netzwerk zu befördern. Diese kleine Welle ebbte allerdings nach wenigen Tagen wieder auf das normale Maß ab. Möglicherweise haben da Mitarbeiter ihren Frust über den Wahlausgang freien Lauf gelassen. Wäre wie gesagt eine gute Sache, wenn das Nachrichtenangebot sowohl ernsthafter wird als auch stetiger.   


Digitales Leben mit Notruf
Sowohl in besagten Katastrophenfällen an verschiedenen Ecken der Erde, sowie auch in Fall des Wirbelsturms "Sandy" in den USA hat es sich bewährt die Rückkanalfunktion der sozialen Medien zum Aufbau einer Not-Kommunikation zu nutzen. Sowohl einzelne Behörden waren so erreichbar als auch z.B. Energieversorger, wo die Menschen Stromausfälle melden konnten und wo auch für alle Kunden eine aktuelle Lageübersicht vermittelt wurde. Politiker und Behörden sollten sich mit den guten Möglichkeiten der sozialen Medien ebenfalls beschäftigen und nicht nur mit den Auswüchsen wie Cyber-Mobbing, Terroristenrekrutierung, Drohmeldungen, böse Streiche etc. Wie bereits geschildert sind solche negativen Ausprägungen ggf. erst dadurch möglich, weil zu wenige "positive Streiter" unterwegs sind um dem bereits frühzeitig zu begegnen.

Es kann durchaus so sein, daß das Thema "soziale Medien" bislang als Privatsache abgetan wurde, weil Politiker ihre Medienkanäle als reine "Verkündungsplattformen" also nur zum senden eigener Botschaften gebraucht haben. Bei vielen (allen?) deutschen Polizeikonten bei Twitter steht im Profil zu lesen: "Kein 24h Monitoring, Im Bedarfsfall immer Notruf wählen". Warum eigentlich ? Viele, vor allem weniger gut situierte Menschen, haben heutzutage Prepaid-Telefone und haben häufig auch ihr Guthaben entweder ganz aufgebraucht, oder eben fast. Aus eigener Erfahrung ist es dann ziemlich kontraproduktiv z.B. die Rufnummer der niederländischen Polizei für weniger dringende Angelegenheiten zu wählen und dort dann so lange verbunden zu werden bis fast 4 Euro Gebühren futsch sind und das Gespräch dann abbricht. Mehr zum Thema "soziale Medien" in Notsituationen kann auf dem Blog zu Naturkatastrophen nachgelesen werden.
(Auch mit Verhaltensrichtlinien für den Notfall, wenn Infrastruktur großräumig ausfällt)    
z.B: How to use Twitter during a major catastrophe [EZRdisaster, 5.5.2015]

Lustig wird geteilt
Es wurde bereits im vorherigen Beitrag angedeutet, daß Beiträge mit lustigem und/oder bildlich-plakativen Inhalt schneller und häufiger geteilt werden, als Inhalte welche nur Text beinhalten (auch wenn dieser 100% sachliche und nützliche Information enthält). Eine lustige Karikatur, ein kleiner gezeichneter Comic und schon kann man auf viele, manchmal gar auf ein paar Tausend 'Likes' oder 'Retweets' (Verteilungen an die eigenen Leute (='Follower')) hoffen. Das Erfolgserlebnis welches dabei aufkommt könnte bei so manchem dazu führen es lieber mit mehr solcher lustigen, aber sehr einfachen, oftmals auch auch gänzlich faktenfreien auf sich aufmerksam macht, denn mit ständiger Selbstbeschränkung auf möglichst reine Faktenvermittlung.
Der Verzicht auf "Entertainment" und auf eigenen kurzfristigen Erfolg ist hier auch wie bei dem vorher beschriebenen "Mitprofitieren" von den "Promis", den "VIPs, den Stars und Sternchen eine Sache von der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung. Im übrigen eine ständige Herausforderung an Nutzer sozialer Medien nicht übers jedes Stöckchen zu springen was einem vor der Netzhaut gehalten wird und einzusehen, daß ein Verzicht auf Kommentar auch groben Unfugs letztlich auch besser sein kann, als wenn man sich zu sehr verzettelt, obwohl das Maß an im Internet vertretener Faktenunkenntnis schon nicht leicht zu ertragen sein mag.

Allerdings gilt auch für "Lustig" eine weitere, oftmals verkannte, Einschränkung: Nicht alles was einem selbst mit ethnisch-religiösen oder politischen Hintergrund als ausgesprochen lustig erscheint muß dies zwangsläufig auch bei anderen Personen ein Schenkelklopfer sein. Bei möglichst neutraler Faktenvermittlung besteht weit mehr Einigkeit, als wenn man versucht lustig auf Kosten anderer zu sein. Auch könnte eine zu häufige Verwendung von "Lustigkeiten" die eigene auf Ernsthaftigkeit ausgerichtete Zielgruppe nerven. "Weniger ist mehr" könnte also auch hier gelten.  

Auch geographische Beschränkung 
Wie weiter oben bereits angesprochen kann sehr leicht eine Übersättigung bei den Empfängern von Nachrichten auftreten und bezogen auf die räumliche Ausdehnung des Nachrichtengeschehens ist es schon wichtig Prioritäten zu setzen bzw. eine richtige Mischung zwischen "regionalen" Nachrichten bzw. den üblichen Meldungen des eigenen "Programms" und diese im Bedarfsfall um weitere Ereignisse zu ergänzen. Eine solche räumliche Eingrenzung in Zeiten des Internets und des "Globalempfangs" ist nicht sehr einfach, denn wo z.B. verläuft die Trennlinie für Europa ? Endet Europa in der Biskaya oder spielen nicht vielmehr außenpolitische Entscheidungen und wirtschaftliche Daten aus den USA eine Rolle, endet Südosteuropa in Bulgarien, am Bosporus oder an den südlichen und östlichen Außengrenzen der Türkei ? Diese Entscheidungen müssen stets aufs neue getroffen werden, eine Auswahlprozedur muß durchlaufen werden und dazu ist es ganz gut, wenn man die geltenden Regeln definiert und auch schriftlich fixiert um diese für sich selbst als Nachrichtenanbieter und für die Empfänger die Regeln nachvollziehbar zu machen. Auch immer unter der Maßgabe, daß eine Informationsüberflutung letztlich das Gegenteil von dem erreicht was man versucht zu erreichen, ebenso wie es sicher auch ein unverkennbares Problem ist, daß Leistungen von Schülern immer dann im Sinkflug sind, wenn die Anzahl der Ablenkungen zu hoch wird.

Gründlichkeit vor Schnelligkeit
Die jüngsten Pannen der dt. Twittersphäre nach der Verkündung des Verfassungsgerichtsurteils in Sachen NPD-Verbot waren eine Wiederholung eines Falls welcher vor obersten Gerichtshof der USA entschieden wurde, und wo auch "Reporter" offenbar mit einer umfangreichen schriftlichen Urteilsbegründung aus dem Gerichtssaal gestürmt um ja als erster auf den Sender bzw. auf Twitter das Urteil zu verkünden, welches man meint verstanden zu haben. In Deutschland wie in den USA folgten dann einige Minuten später sich entschuldigende Rückzieher. Auch da täte es gut, wenn etwas  mehr "Medienkompetenz" insbesondere bei den "Reportern" herrschen würde. Vielleicht auch eine gute Idee um versierte, nicht übereifrige Juristen für solche oft komplexen Urteilsverkündungen für die Übertragung solcher Sachverhalte zu verpflichten, oder wenigstens als Berater dem "Twitterfinger" zur Seite zu stellen. 


Nachtrag zu #Fakenews
Welche weitreichenden Folgen es haben kann obige Hinweise zur Anhebung des allgemeinen Bildungsniveaus nicht umgesetzt werden bzw. als "Beleg des Scheiterns" bisheriger Bildungspolitik in den USA, aber durchaus ähnliche Effekte auch z.B. in Deutschland und anderen europäischen Ländern feststellbar:


Da helfen auch keine 1000 Sachargumente mehr, warum es Menschen im kommunistischen Machtbereich trotz Todesgefahr oder der langjähriger Inhaftierung häufig daran gelegen war in den Westen zu fliehen um dort häufig noch einmal ganz vorne anzufangen.

Das gezeigte Beispiel ist typisch für eine Spezies Mensch zu nennen, die eine gesellschaftlich ziemlich gefährliche Mischung au schlichter Dummheit, Zynismus, manchmal sogar auch Menschenverachtung in ihren Köpfen herumträgt, die dann als tickende Zeitbombe bestenfalls noch politischen Scharlatanen gute Chancen auf Wahlsiege ermöglichen, schlimmstenfalls zu solchen Auswüchsen wie z.B. in den Niederlanden führen, wo mitunter Besatzungen von Krankenwagen drangsaliert und verhöhnt werden oder Feuerwehren an ihrer Löscharbeit gehindert werden. Vielleicht greift auch hier das Beispiel mit der Gabel, die entweder zum einer höheren Essenskultur als mit den Fingern eingesetzt werden kann nach entsprechender Anleitung, oder wenn eine frühzeitige Korrektur des betreffenden Steuergehirn ausblieb nebst der Geschwister später auch noch andere Menschen mit Gabeln gestochen werden.

Eine bessere Vorgehensweise als den offenbar komplett faktenfreien Menschen die Geschichte des Kommunismus von A-Z zu erklären, wäre es zunächst bei dem offensichtlichen Vorbild, also in diesem Fall General Patton anzusetzen, welcher offensichtlich den jungen inspiriert hat sein Twitterkonto entsprechend zu nennen. Offenbar beeindruckt vom Dienstgrad des Generals oder von seinen bekannten Leitungen im 2. Weltkrieg, aber offenbar weniger im Bilde darüber, daß US Generäle Patton, MacArthur, Eisenhower und andere seinerzeit strikte Anti-Kommunisten waren und insbesondere Patton die Gefahren des auf Expansion und Unterdrückung angelegten Herr Dschugaschwili - genannt Stalin - kannte und auch was rechtzeitig dagegen unternehmen wollte. Statt 10 Stunden Vorträge über die Geschichte und das Wesen des Kommunismus wären wahrscheinlich 10 Minuten Aufklärung über den Anti-Kommunismus dieser allseitig anerkannten US Generle ausreichend um solche unbedarften Leute "umzudrehen".
Wenn diese wirre Gedankenwelt hingegen nicht rechtzeitig korrigiert wird, könnte solche Leute sich später zu "Sesselgenerälen" entwickeln, die zwar Begeisterung für militärische Strategie und Schlachten mitbringen, denen jedoch da Verständnis dafür abgeht, daß die US Generäle in erster Linie der Verfassung der Vereinigten Staaten und der darin ausgedrückten Freiheit verpflichtet waren. Generäle nicht als höchste Streiter der freiheitlichen Demokratie sondern als "Schlächter" sehen, so wie das der uniformverliebte Brad Whitaker (engl) in dem Bond Film: James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie auch tat.



Jeremy Black says of him; a "mad American pseudo-general, Brad Whitaker, the arms dealer, yet another figure with a Napoleon complex."[6] Baker himself called his character "a nut" who "thought he was Napoleon."[7] Paul Simpson describes Whitaker as "paunchy", and says that it is fortunate that he doesn't get much screen time.[8] Lee Pfeiffer and Dave Worrall say of him, "this egotistical US arms dealer models himself on history's most notorious dictators. In between orchestrating international arms deals, Whitaker enjoys re-creating battles with his vast dioramas and toy soldiers."[9] They believe that Joe Don Baker, although amusing, was miscast in the role as Whitaker.[9] 
        Quelle : Wikipedia

Für politische Berichterstattung muß aus dem VIP wieder ein "Niemand" werden
Für eine möglichst sachliche und objektive Berichterstattung über Politik muß der "Promi-Kult" am besten vollkommen ausgeschaltet werden, denn sonst dreht sich die "Berichterstattung" nur noch wie ein Kandidat aussieht, wieviel Geld, Häuser Firmen er/sie hat und welche aktuellen oder vergangenen Affären der Kandidat hatte oder hat. Es sollten hier angestrebt werden über die Worte, aber besser noch die politischen Taten des Politikers zu berichten, zu analysieren und zu kommentieren. Zwar wurde auch bereits gesagt, daß ein jeder Kandidat, welcher auf die Stimmabgabe seiner Wähler angewiesen auch soziale Fähigkeiten besitzen soll, aber um nicht vollends zu einer Klamaukveranstaltung zu verkommen, wo nur noch die Verpackung zählt und der politische Inhalt gar nicht mehr. Wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten wird hat die Realität die Fiktion wie z.B. die des Hollywood-Streifens Bulworth bald überholt.

Angesichts der Aktivitäten äußerer Feinde könnte eine solche im Zerfall begriffene Gesellschaft leichter Opfer solcher auf Schädigung bedachter "äußerer Aktivitäten" werden .Eine rechtzeitige "Schutzimpfung" würde da vorbeugend wirken. Die Funktionen politischer Mandatsträger muß wieder darin liegen bestimmte politische Programme zu vertreten, also den Wählern ein Angebot zu machen und dieses Angebot basierend auf einem Wahlprogramm dann nach gewonnener Wahl so umzusetzen. Damit dieses Prinzip auch weiterhin erhalten werden kann und nicht totale Beliebigkeit der großen Beliebtheit beim Wähler folgt ist es wichtig auch wieder kritisch und detailliert wieder über Politik zu berichten. Und zwar über die Inhalte nicht nur die Verpackungen, auch wenn das Quote kosten kann.

 

   


Monday, January 23, 2017

Manipulatoren kennen ihre Medienaufmerksamkeit (VIP-Kult) und nutzen diese

Lieber Leser,

in den letzten Wochen und Monaten ist auf einmal viel von "Fakenews" die Rede, also Nachrichten welche mit falschen, ungeprüften oder gar mit Absicht gefälschten Inhalten daherkommen. Das ist einerseits nicht zu leugnen und wird auch in dieser kleinen Reihe hier behandelt, jedoch gibt es andererseits auch ein Phänomen welches ebenfalls mitverantwortlich ist für den Untergang der Qualitätsnachrichten und wirklich jeder (auch Journalisten) sich fragen muß, ob er/sie nicht auch darauf "abfährt".

Wie immer wenn es selbstkritische wird werden gerne Ablenkungen gestartet oder eben der Fehler woanders gesucht als bei sich selbst oder man will diesen erst gar nicht erkennen. Daher werden zur Verdeutlichung des textlichen Inhaltes, der wie immer klar und präzise versucht Dinge zu umschreiben, aber andererseits auch Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen und gewisses Abstraktionsvermögen voraussetzt, auch plakative Beispiele für einen solchen "VIP" oder "Celebrity"- Kult hier ebenfalls mit erscheinen. Nicht etwa um den Autoren dieses Genres irgendwas zu unterstellen, sondern um zu verdeutlichen, daß es im Interesse des Publizierenden wie auch des Konsumierenden ist diese Dinge zu produzieren bzw. zu sehen.

Und um gleich den Bogen weiter zu spannen: Diejenigen welche im Fokus des Publizisten stehen, also Stars und Sternchen aus Filmwelt, Musikwelt, Showbusiness, aber auch aus der Politik, sehen auch die Notwendigkeiten dieses "Marktes" und können daher auf Publizisten wie Konsumenten "setzen", also davon ausgehen, daß beide ein Interesse an der Botschaft haben. Wie man so schön auf neudeutsch sagt: Eine win-win Situation. Der einzige eher unsichtbar Loser (Verlierer) ist dabei die substantielle Nachricht, denn die Aufmerksamkeitsspanne des Konsumenten ist ebenso endlich wie der Tag nur 24 Stunden hat. Ein Schwemme von eher belanglosen Nachrichten muß zwangsläufig zu einer Entfernung von politischen oder ökonomischen Realitäten führen und bildet so den Nährboden für Menschen, die dann empfänglich werden für jeden Unsinn, den "Alternativmedien" dann verbreiten.


Das primäre Interesse von EZR bezieht sich auf Wirtschaft und Politik, so lassen wir insbesondere die Beispiele aus den anderen "Branchen" hier nur als Muster zur Verdeutlichung worum es geht stehen und betrachten dann die Beispiele aus der "Branche" Politik dann genauer unter dem Aspekt, daß diese Leute einen Mix aus Ablenkung und Aufmerksamkeit ggf. gezielt dafür nutzen um einen Bild oder Image zu entsprechen. Dabei könnte so mancher Politiker auch mit der Branche der Magier oder Illusionisten vergleichen werden, deren größte Gabe es ist ebenfalls mit einem solchem Mix zu arbeiten. Dabei werden die Schwächen des menschlichen Auges und die des Gehirns dazu benutzt um entweder einen Zaubertrick zu vollführen oder aber dazu geeignet ist eine vielleicht unbeliebte politische Agenda am Wähler vorbei zu verfolgen, um eigene Fehler zu vertuschen oder auch nur um den Wähler, man auch sagen das zahlende Publikum, bei Laune zu halten. Eine solche Vereinfachung mag jetzt zynisch klingen, aber ist es nicht eher zynisch, wenn Politik mit mehr mit ernsthaften politischen Inhalten, auch kontroversen Zielrichtungen die man vielleicht auch dann etwas mühevoller "verkaufen" muß, daherkommt sondern zunehmend mehr zu einer PR Veranstaltung wird bei der sich am Ende nicht der Politiker oder die Politik durchsetzt die am vernünftigsten ist, sondern die welche von den besten Verkäufern vermittelt wird. (Welche mitunter kaum Faktenkenntnis besitzen)

Was die "kaum Faktenkenntnis" betrifft, so ist nicht einmal diese scharf zu verurteilen, denn schließlich werden alle Menschen unwissend geboren und lernen idealerweise ständig dazu, nur eben dann ein Problem wenn vor einer sorgfältigen "Hinzulernphase" Politiker vollmundige programmatische Absichtserklärungen (=Wahlversprechen) machen, diese dann aber nicht umsetzen wollen, weil erst nach Erlangung einer angestrebten Amtsfunktion plötzlich klar wird, daß man sich vorher kolossal geirrt hat.


Dann stellt sich die Frage was schädlicher ist: das nicht Einhalten bzw das Umsetzen von vorher angekündigten Wahlversprechen oder der pragmatische Kurswechsel vollzogen aufgrund (für den Politiker) "neue Faktenlage". Zugegebenermaßen ein Dilemma vor dem viele "Populisten" stehen und die aus der subjektiven Sicht des Pragmatikers sich so darstellt gemäß dem Spruch: "Besser spät als nie" (Einsicht) Für auf Wählerzuspruch einfacher Menschen mit einfachen Rezepten angewiesenen Politiker auf alle Fälle ein mittelfristiges Dilemma, denn nach einer dem Pragmatismus gehorchenden Einsicht und vielleicht nur etwas abgeschwächten Weiterführung des bestehendes Kurses kann es sein, daß der neue "Kapitän" bei den nächsten Wahlen wieder von Bord gehen muß, weil er den angekündigten 180° Kurs nicht vollzogen hat und es am Ende nur 20° Back- oder Steuerbord wurden.

Der auf kostenlose PR setzende Politiker, welcher zudem noch über Qualitäten und vorherige Bekanntheit aus dem "Showgeschäft" verfügt (vorher Schwarzenegger, jetzt Trump) kann zudem darauf bauen, daß die Eitelkeit vieler Journalisten um "dazu zu gehören", um mit aufs Fotos oder dem Videoaufnahmen mit der Prominenz zu kommen vollkommen ausreicht um für den Transport der  Botschaft zu sorgen. Hübsche Verpackung, Glamour zählt da mehr als ausführliches politisches Programm, welches zudem ja auch den Anspruch stellt, daß man sich vorher mit den Dingen die man propagiert auseinander gesetzt hat. Da werden Aufnahmen mit Journalisten oder anderen Politikern gemacht wo dann einfach nur in die Kamera gelächelt wird und dazu dann z.B. "Daumen hoch". "Alles easy", "wir sind alle beste Kumpels" so lautet dann die Botschaft. Da wird dann eine doch trockene Interviewanfrage zu garantierten weltweiten PR Coup zur eigenen Namensbekanntheit, wenn der Star-Politiker allein schon ca 15 Million Follower bei Twitter hat und zudem die Fotos zum eigentlichen Interview vielleicht im Verhältnis 20:1 (oder mehr?) zum Text geteilt werden.

Natürlich geht es auch eine Nummer kleiner beim Bundespresseball, wo dann sehen und gesehen werden nur für den kleineren Kreis zelebriert werden oder eben eine kleine Steigerung z.B. beim jährlichen Wiener Opernball und ähnlichen Veranstaltungen. Diejenigen Journalisten, welche sich vornehmlich in Archiven aufhalten, politische Programme untersuchen, neueste Ereignisse in einen Kontext setzen und dabei "nur" Text produzieren haben es da naturgemäß mit weniger Namensbekanntheit und schon gar nicht mit Gesichtsbekanntheit zu tun. (Schreibende Zunft naturgemäß weniger als TV Journalisten)
Bilder, Videos werden schneller und öfter geteilt als reine Texte. Wenn Text, dann am besten mindestens eine Kurzfassung und eine ausführlichere um das wesentliche schnell konsumieren zu können. Das ist ebenfalls zugegeben eine Herausforderung für jeden "Schreiberling", ob er lieber weiter guten, durchdachten Journalismus macht, oder sich doch lieber als TV "Moderator" für irgendeine Sendung hergibt, wo es nur um die Marotten, Gerüchte und Neuigkeiten der "Promiwelt" geht oder so etwas in der Richtung, dann aber nur Online.

Wenn man schon bei den Gemeinsamkeiten von bestimmten Journalisten und manchen Politikern ist, so ist da sicher auch der Hang zu "jammern", zur Dünnhäutigkeit zu nennen, wenn es darum geht, daß man nur austeilen möchte, aber nichts einstecken kann. Da werden einige Milliardäre dann zu "verfolgten", obwohl diese vorher selber für 15 Million "Verfolger" gesorgt haben, oder werden meinungsstarke Journalisten plötzlich nicht mit dem Umstand fertig, daß nicht alle Menschen ihre Ansichten teilen.

Jeder sollte sich angesichts der beiden nicht vorhergesagten Debakel vom Referendumsausgang in Groß-Britannien und Präsidentschaftswahl in den USA, sowie den jetzt in Europa anstehenden wichtigen Wahlen fragen, ob man nicht immer noch auf diese Art des Medienkonsums abfährt, wie vor diesen beiden Ereignissen. Zwar haben einige TV Sender und Zeitungen in den USA erkannt, daß es so nicht weitergehen kann, und es Bestrebungen die gezielte Manipulation zu unterlaufen, aber dennoch gibt es weiter den "VIP-Kult" , der letztlich über die Werbeeinnahmen entscheidet, denn es zählen da immer auch die Leser/Zuschauer/Besucherzahlen. Ein weiteres Problem dürfte sein, daß es wahrscheinlich in den meisten Ländern wesentlich mehr schlechter gebildete Menschen als Leite mit höheren Bildungsgrad gibt und das entsprechend anspruchsvolle Inhalte dann weniger konsumiert werden.
Ketzerisch gesprochen müßten TV Sender auf den Liveübertragungen von schauspielerischen Talenten entweder ganz verzichten, oder gleichzeitig plakativen Faktencheck -ebenfalls live - mit ins Bild einblenden. Plakativ in etwas wie das US "Truth-O-Meter", welches von grünen Bereich (richtige Aussage) bis rote Warnleuchte (vollkommen unwahr) geht oder etwa eine Anzeige einer Pinocchio-Figur mit wachsender Nase.

Nebst dem plakativen Warnhinweis natürlich dann am besten noch in Kurzform die dazugehörige "Gegenquelle" aus der man selbst den Wahrheitsgrad ermitteln kann. Mit solchen Gegenmaßnahmen dürften dann die schlimmsten Auswüchse der Scharlatanerie bald ein Ende haben.

Qualitätsmedien in den sozialen Medien
Es wurde zwar erkannt, daß es Fakenews gibt und es wurden in manchen Ländern die Betreiber von Plattformen,welche den sozialen Medien zugerechnet werden, aufgefordert aktiver gegen die Verbreitung offensichtlicher Falschnachrichten vorzugehen. Ebenso gründen sich gerade oder wurden gegründet unabhängig Prüfstellen in manchen Ländern, welche die Überprüfung und Bewertung vornehmen.


So weit so gut, nur daß nach eigener Beobachtung die Präsenz von Qualitätsinhalten zumindest bei Twitter eher abnimmt und wenn nicht gerade die Frequenz der dort geposteten Tweets abgenommen hat, so ist doch der Inhalt der Artikel bei einigen Publikationsorganen doch inzwischen auf einem niedrigeren Niveau angekommen als noch vor ein paar Jahren. Reuters hat seine vorzüglichen Wirtschaftsgrafiken aufgegeben und "Die Welt", "Handelsblatt" und N-TV senden sehr häufig Artikel mit Ratgebern ("Eßt ..trinkt, kauft bzw. nicht") und sonstigen Inhalten ohne Bezug zu Politik oder Wirtschaft.
Die nachfolgende Auswahl an plakativen Beispielen ist rein zufällig entstanden und sehr ähnliche Beispiele finden sich auch bei anderen Publikationen. Es geht sich darum das Prinzip nicht die Zeitung zu kritisieren. 



Oder aber mit Bezug zur Politik aber eher in Richtung Klamauk gehend:

oder eher unwichtig:


Kategorie: eher unwichtig, aber man beachte Anzahl der "Likes" & "Retweets" !



oder "der Kuchen" doch etwa exemplarisch für gezielte Provokation?

Übersetzung obiger Tweet:: "Dieser hier ist ehrlich gesagt erstaunlich: Warum den Kuchen Obamas kopieren ? Warum nicht etwas neues machen ? Das ist so seltsam."
Seltsam wäre es in der Tat, wenn diese Sache nicht ein lange Vorgeschichte hätte mit unzählige Widersprüchen des jetzigen US Präsidenten, der sich nicht nur sehr häufig auf Twitter selber widerspricht bzw. sich selbst bisweilen komplett ad absurdum führt, aber dennoch oder gerade deswegen auf die Löschung alter, jetzt in der Gegenwart nachweislich damit widersprüchlicher Aussagen verzichtet. Eine gezielte Suche und Löschung wäre technisch möglich ebenso wie eine komplette "Rasur aller Tweets von vor der Präsidentschaft. Aus diesen und anderen Vorgängen kann man schließen, daß es dem ehemaligen Kandidaten nicht nur nichts ausmacht, sondern er es darauf anlegt "ertappt" zu werden und auf den daraus entstehenden Aufregung wieder neue Aufregung entsteht. Er quasi in seine Taten eine kleine Mine einbaut, die dann nur noch ein eifrig recherchierender Journalist finden muß.

Im übrigen ein "Strickmuster" was auch bei bundesdeutschen Parteien der extremen Rechten zu beobachten war, wo man mit ziemlich Sicherheit auf die nachfolgenden Empörungswellen bzw. Empörungsrituale setzen konnte, die aus einer kleinen Episode in der ganzen Republik große Schlagzeilen produzierten. An dieser Stelle soll nur auf den Transportmechanismus solcher "Empörungsnachrichten" eingegangen werden, mehr dazu in einem gesonderten Artikel.

Sehen und gesehen werden:

Nichts sagen, keine Pressekonferenz, Interview oder auch Treffen mit VIP-Politiker Trump nötig um Medienaufmerksamkeit für "Zuhause" zu generieren. 

sehr plakativ und die Botschaft transportierend:



Zum Schluß sei gesagt, daß guter Rat weder teuer noch schwer zu finden ist und viele kritische Menschen auf der ganzen Welt haben wahrscheinlich ähnliche "Rezepte" gegen Manipulationsversuche, wie nachfolgend aufgeführte Beispiele zeigen:




Die Ablenkung des ersten Wochenendes der neuen Trump Administration war dann auch die später mit dem Hashtag #Spicerfacts ("Alternative Fakten") versehene Pressekonferenz, wo es um die eigentlich weniger wichtigen Zuschauerzahlen bei der Amtseinführung in Washington ging und nicht etwa um wichtige politische Themen, welche ebenfalls gleichzeitig hätten behandelt werden müssen wie z.B. der fehlenden Besetzung von Stellen in diversen Ministerien.